• vom 06.12.2018, 11:54 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.12.2018, 14:19 Uhr

Jemen-Friedensgespräche

UN-Vermittler spricht von hoffnungsvollem Auftakt




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Von WZOnline, APA, Reuters, dpa, AFP

  • Laut dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz sollen mindestens 5000 Gefangene freikommen.
  • * Ärzte ohne Grenzen fordert besseren Schutz von Krankenhäusern.

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström und der UN-Sondergesandte Martin Griffith eröffnen die Konferenz.

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström und der UN-Sondergesandte Martin Griffith eröffnen die Konferenz.© APAweb/Reuters, Stina Stjernkvist Die schwedische Außenministerin Margot Wallström und der UN-Sondergesandte Martin Griffith eröffnen die Konferenz.© APAweb/Reuters, Stina Stjernkvist

Stockholm/Genf. Bei den unter UN-Vermittlung gestarteten Friedensgesprächen für den Jemen haben sich die Bürgerkriegsparteien auf die Freilassung tausender Gefangener verständigt. Der UN-Sondergesandte Martin Griffith sprach am Donnerstag am Konferenzort in Schweden von einem hoffnungsvollen Auftakt. Laut dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz sollen mindestens 5000 Gefangene freikommen. Es erklärte sich bereit, dabei behilflich zu sein.

Die Außenministerin des Gastgeberlandes fordert ein Ende des Blutvergießens in einen der ärmsten Länder der Welt, wo seit Mitte des Jahrzehnts bereits mehr als 10.000 Menschen ums Leben kamen: "Wir müssen die Katastrophe im Jemen beenden", sagte Margot Wallström.

Die Bewohner des Jemen, vor allem die Kinder, warteten schon zu lange darauf. Der UN-Sondergesandte Griffith nannte das Zustandekommen der Gespräche einen Meilenstein bei den Bemühungen um eine Lösung des Konflikts. Der gilt als Stellvertreterkrieg zwischen den rivalisierenden Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran. Durch die Kriegswirren ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln vielerorts zusammengebrochen: Im Jemen leiden mehr als acht Millionen Menschen Hunger, laut den UN sind 14 Millionen davon bedroht. Mehr als zwei Millionen wurden im Bürgerkrieg aus ihrer Heimat vertrieben.

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" rief alle Kriegsparteien auf, das Leid der Bevölkerung zu lindern. Zudem müsse der Schutz von Krankenhäusern und Gesundheitspersonal gewährleistet sein: "Geld allein ist nicht genug", sagte Jana Brandt, die von Berlin aus Projekte im Jemen mitkoordiniert. Die Ärzte stehen nach eigenen Angaben oft auf verlorenem Posten, da viele Verwundete zu spät in Kliniken eingeliefert werden, so dass sie nicht mehr gerettet werden können.

Gespräche über Bande

Nach Angaben aus den Vereinten Nationen waren direkte Gespräche zwischen den verfeindeten Parteien zunächst nicht geplant. Stattdessen sollte mit der Delegation der von Saudi-Arabien gestützten Regierung und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen getrennt beraten werden.

Verhandelt wird in einem Schloss nahe Stockholm. Dort sollen auch vertrauensbildende Maßnahmen und Möglichkeiten zur Bildung einer Übergangsregierung ausgelotet werden. Griffith kann mit der vereinbarten Gefangenenfreilassung nun den ersten Punkt auf seiner Liste der Konferenzziele abhaken. Zudem strebt er eine Zustimmung beider Parteien zur Wiedereröffnung des Flughafens der Hauptstadt Sanaa an. Ferner soll ein Waffenstillstand für den Hafen Hodeidah geschlossen werden, den die Huthis wie überdies den größten Teil des Landes kontrollieren. Im September war ein am UN-Sitz in Genf angesetztes Treffen gescheitert, weil Vertreter der Rebellen nicht erschienen waren.





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Dokument erstellt am 2018-12-06 11:58:04
Letzte Änderung am 2018-12-06 14:19:11


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