• vom 07.01.2019, 21:57 Uhr

Weltpolitik


Malaysia

Ein König verschwindet




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  • Malaysias Monarch dankt nach der Hochzeit mit einer russischen Schönheitskönigin ab.

Vor König Muhammad V. hat noch nie ein Monarch in Malaysia abgedankt.

Vor König Muhammad V. hat noch nie ein Monarch in Malaysia abgedankt.© reuters Vor König Muhammad V. hat noch nie ein Monarch in Malaysia abgedankt.© reuters

Kuala Lumpur. Der König von Malaysia gehört gewiss nicht zu den prominentesten Gesichtern der internationalen Monarchien. Selbst treue Leser der einschlägigen Blätter werden von Sultan Muhammad V. bisher kaum etwas gehört haben.

Abgesehen davon, dass das 32-Millionen-Einwohner-Land in Südostasien ohnehin nur selten Schlagzeilen macht: Auch der persönliche Glamour-Faktor des 49-Jährigen hielt sich bisher in Grenzen. Malaysias Monarch ist ein Mann mit mächtigem Bart am Kinn und oft arg grimmigen Blick. Jetzt allerdings hat es Muhammad V. doch zu internationaler Aufmerksamkeit gebracht. Indem er tat, was sich kein Vorgänger je erlaubt hatte. Er dankte einfach ab. Mit einer schlichten Mitteilung aus dem Palast ließ der 15. Yang di-Pertuan Agong (auf Deutsch: "Der, der zum Herrscher gemacht wurde") die Untertanen wissen, dass er in seinen Heimatstaat Kelantan zurückkehren werde, an der Grenze zu Thailand. Dessen Sultan will er bleiben.


Ansonsten: keine Ansprache, keine weiteren Erklärungen, nichts. Auch der Palast in der Hauptstadt Kuala Lumpur schwieg sich aus - abgesehen von der Ergänzung, dass der Abschied mit sofortiger Wirkung gelte. Jetzt rätselt das ganze Land über das Warum, ob aus Gründen der Politik oder der Liebe wegen.

Vermutet wird, dass die Entscheidung mit seiner Hochzeit zusammenhängt: Muhammad V. soll Ende November "Miss Moskau 2015" geheiratet haben, eine Frau namens Oksana Woewodina, mit 25 Jahren halb so alt wie er. Angeblich lernten sich die beiden auf einer Uhrenmesse kennen. Von der Zeremonie in Moskau gibt es auch Fotos, mit der ehemaligen Schönheitskönigin in pompösem Brautkleid. Woewodina soll zuvor schon zum Islam übergetreten sein.

Malaysias Verfassung verbietet keineswegs, dass der König eine Ausländerin heiratet. Nach Informationen der renommierten Zeitung "Straits Times" aus Singapur war anderen Sultanen im Land jedoch "unwohl" bei dem Gedanken, dass nun eine Ex-"Miss Moskau" gekrönt werden könnte. Von seiner ersten Frau, standesgemäß eine Thailänderin aus dem dortigen Königshaus, hatte sich Muhammad V. 2008 scheiden lassen. Kinder hat der Oxford-Absolvent, Geländewagenfahrer und Jäger keine.




Schlagwörter

Malaysia, Muhammad V.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-07 18:26:16
Letzte Änderung am 2019-01-07 18:38:17


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