• vom 14.01.2019, 07:59 Uhr

Weltpolitik

Update: 14.01.2019, 12:48 Uhr

Syrien

Trump droht Türkei bei Angriff auf Kurden




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Von WZ Online, APA, AFP, Reuters

  • Ein Erdogan-Sprecher meinte, die Türkei wird die Kurdenmiliz weiter bekämpfen. Ein US-Abzug schwächt die YPG.

Angesichts von Erdogans Drohungen gegen die YPG machte Trumps Sicherheitsberater John Bolton einen Abzug der US-Truppen kürzlich von Garantien der Türkei für die Sicherheit der Kurdenmiliz abhängig. Bei einem Besuch in Ankara vergangene Woche stieß Bolton damit aber auf scharfe Ablehnung. - © APAweb/AFP, George Ourfalian

Angesichts von Erdogans Drohungen gegen die YPG machte Trumps Sicherheitsberater John Bolton einen Abzug der US-Truppen kürzlich von Garantien der Türkei für die Sicherheit der Kurdenmiliz abhängig. Bei einem Besuch in Ankara vergangene Woche stieß Bolton damit aber auf scharfe Ablehnung. © APAweb/AFP, George Ourfalian

Washington. US-Präsident Donald Trump droht der Türkei für den Fall eines Angriffs auf die kurdischen Truppen in Nordsyrien mit "wirtschaftlicher Zerstörung". Umgekehrt wolle er aber auch nicht, dass die Kurden die Türkei provozierten, schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er sprach sich zugleich dafür aus, eine 20 Meilen (gut 32 Kilometer) große Sicherheitszone zu schaffen.

Die türkische Armee hatte am Wochenende ihre Truppen an der Grenze zur nordsyrischen Provinz Idlib weiter verstärkt. Türkische Sicherheitskreise wollten sich aber nicht dazu äußern, ob dies die Vorbereitung auf einen Einsatz jenseits der Grenze ist.

Seit der Ankündigung des Abzugs der US-Truppen aus Syrien gibt es Sorge vor einem dadurch entstehenden Sicherheitsvakuum im Norden und Osten Syriens. Die USA unterstützen in Nordsyrien die Kurdenmiliz YPG im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Kurden befürchten nach einem US-Abzug eine Offensive der Türkei auf syrischem Gebiet. Die Türkei sieht die YPG als Terrororganisation an und hat angekündigt, sie zu zerschlagen.

Erdogan-Sprecher: Türkei wird weiter gegen Kurdenmiliz kämpfen

Die Türkei hat ungeachtet der Drohung von US-Präsident Donald Trump eine Fortsetzung ihres Kampfes gegen eine von den USA unterstützte Kurdenmiliz in Nordsyrien angekündigt. Der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan schrieb am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter, es gebe "keinen Unterschied" zwischen den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der Jihadistenmiliz IS.

"Wir werden weiter gegen sie alle kämpfen", kündigte Ibrahim Kalin an. Trump hatte die Türkei am Sonntag mit scharfen Worten vor einer neuen Offensive gegen die Kurdenkämpfer in Nordsyrien gewarnt. Die USA würden die Türkei bei einem Angriff auf Kurden "wirtschaftlich zerstören", schrieb er auf Twitter. Zugleich rief er die Kurden dazu auf, die Türkei nicht zu "provozieren". Außerdem sprach Trump von der Einrichtung einer 32 Kilometer großen "Sicherheitszone". Nähere Angaben dazu machte er allerdings nicht.

Abzug schwächt Position der YPG

Trump hatte im Dezember überraschend einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt. Das schwächt die Position der YPG, die in Syrien bisher mit US-Unterstützung gegen den "Islamischen Staat" (IS) kämpfte. Erdogan hat eine neue Offensive gegen die YPG angedroht. Ankara sieht die syrische Kurdenmiliz als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft.

Angesichts von Erdogans Drohungen gegen die YPG machte Trumps Sicherheitsberater John Bolton einen Abzug der US-Truppen kürzlich von Garantien der Türkei für die Sicherheit der Kurdenmiliz abhängig. Bei einem Besuch in Ankara vergangene Woche stieß Bolton damit aber auf scharfe Ablehnung.





Schlagwörter

Syrien, Türkei, USA, Kurden, Donald Trump

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Dokument erstellt am 2019-01-14 08:00:31
Letzte Änderung am 2019-01-14 12:48:22



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