• vom 21.01.2019, 16:58 Uhr

Weltpolitik


Südamerika

Meuterei in Venezuela niedergeschlagen




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  • Nationalgardisten lehnten sich gegen Präsident Maduro auf.

Caracas. Venezolanische Sicherheitskräfte haben eine Meuterei von Nationalgardisten in der Hauptstadt Caracas niedergeschlagen. "Die Verbrecher wurden gefasst. Sie werden mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft", teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Die Regierung machte eine Verschwörung rechter Kreise für den Aufstand verantwortlich.

Die Nationalgardisten sollen zuvor aus einem Militärdepot Kriegswaffen entwendet und vier Wächter entführt haben. Ihr Aufstand richtete sich offensichtlich gegen die aus ihrer Sicht illegitime Regierung von Präsident Nicolas Maduro. "Geht auf die Straße und protestiert, fordert eure Rechte ein. Hier sind wir, um für euch zu kämpfen, für Venezuela", sagte ein Nationalgardist in einem Video. In einer Kaserne im Viertel Cotiza wurden sie schließlich von Spezialeinsatzkräften eingekreist und festgesetzt.


"Mit absolutem Respekt vor den Menschenrechten, aber mit Stärke und Entschlossenheit werden unsere Streitkräfte auf die Angriffe auf das Vaterland antworten. Wir werden siegen", schrieb der Vizepräsident der sozialistischen Partei PSUV, Diosdado Cabello, auf Twitter.

Trotz massiver Proteste hatte sich Präsident Maduro zuletzt für eine zweite Amtszeit vereidigen lassen. Zahlreiche Staaten, internationale Organisationen und die venezolanische Opposition bezeichnen seine Wiederwahl im vergangenen Jahr als undemokratisch. Bislang wird er aber von den mächtigen Streitkräften gestützt. Die Militärs profitieren vom System Maduro: Generäle sitzen an den wichtigen Schaltstellen der Macht, kontrollieren das Ölgeschäft, den Import von Lebensmitteln, Banken und Bergbaufirmen. Viele sollen in Korruption und kriminelle Geschäfte verwickelt sein. Allerdings gibt es immer wieder kleinere Aufstände von Soldaten gegen Maduro.

Venezuela streckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Opposition wird unterdrückt. Aufgrund von Devisenmangel kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren.




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Dokument erstellt am 2019-01-21 17:11:30



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