• vom 11.09.2001, 00:00 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.04.2005, 17:30 Uhr

Tod dementiert - Verwicklung Osama bin Ladens vermutet

Rätsel um Massud-Attentat




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Kabul/Wien - Nach einem Bombenanschlag schwebt der Militärchef der gegen die afghanischen Taliban kämpfenden Nordallianz und De-facto-Verteidigungsminister der Exilregierung, Ahmed Shah Massud, offenbar in Lebensgefahr. Massud sei nach einer Operation noch nicht bei Bewusstsein, teilte sein Bruder am Montag in London mit.

Der als "Löwe von Pandschir" bekannte Held des Widerstandes gegen die sowjetische Okkupation, der zuletzt nur noch etwa 5 Prozent des Territoriums gegen die international nicht anerkannten Taliban hielt, hatte bei dem Bombenattentat in der Nacht auf Montag schwere Kopfverletzungen erlitten. Sein Bruder Ahmed Wali, Botschafter der afghanischen Exil-Regierung in London, sagte, Massud befinde sich in einem Krankenhaus in Tadschikistan.


"Der Arzt sagt, es wird zehn bis zwölf Stunden dauern, bis wir Näheres wissen", sagte Wali. Die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS hatte zuvor berichtet, Massud sei seinen Verletzungen erlegen.

Die afghanische Botschaft in Wien hat diese Meldung am Montag als falsch zurückgewiesen. Sie stamme offenbar aus dem Umfeld des pakistanischen Geheimdienstes oder von "Personen im Einflussbereich von Osama Bin Laden" (dem von den USA als Terrordrahtzieher gesuchten, in Afghanistan untergetauchten saudiarabischen Milliardär), ließ die Botschaft verlauten.

Ein Sprecher der Kabuler Exil-Regierung machte die Taliban-Milizen und Bin Laden für den Anschlag verantwortlich. Die Attentäter - sie sollen aus Algerien stammen - hätten sich als Journalisten ausgegeben und den Sprengsatz während eines "Interviews" gezündet.

Im Prozess gegen acht ausländische Helfer von "Shelter Now International" (SNI) sind westliche Diplomaten weiterhin um konsularischen Beistand bemüht, morgen will auch EU-Entwicklungskommissar Poul Nielson in dieser Sache nach Kabul reisen.

Spekulationen, wonach die Taliban mit dem Prozess ihre internationale Anerkennung erzwingen wollen, wurden durch das Attentat auf Massud noch genährt. Die Taliban haben aber noch am Montag jegliche Verantwortung für diesen Anschlag zurückgewiesen.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2001-09-11 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 17:30:00


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wahlkrimi in Florida beendet
  2. Proteste gegen Migranten in mexikanischer Grenzstadt Tijuana
  3. Papst Franziskus verurteilt "reiche Prasser"
  4. CIA: Mordauftrag kam von Kronzprinz Salman
  5. Kalifornien brennt
  6. Der Attentäter war ein Fan des IS
  7. Trump wirft Beraterin raus

Werbung




Werbung