• vom 22.03.2001, 00:00 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.04.2005, 17:35 Uhr

Chronik der österreichisch-chinesischen Beziehungen




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Handelspolitische Gründe waren im 19. Jahrhundert für Österreich ausschlaggebend, als eine der letzten europäischen Mächte offizielle Beziehungen mit China aufzunehmen. Nach intensiven Verhandlungen fand am 2. September 1869 die Unterzeichnung eines Vertrages statt, der 1871 ratifiziert wurde und vollwertige diplomatische Beziehungen herstellte. Gegenstand zäher Debatten war u. a. die chinesische Übersetzung des österreichischen Kaisertitels. Die chinesische Seite weigerte sich hartnäckig, für Franz Joseph I. im Vertragstext die Bezeichnung "Da Huangdi" zu verwenden, mit welcher der universalistische Anspruch des Kaisers von China verbunden war. Schließlich wurde dem Habsburger die um eine Nuance weniger feierliche Titulatur "Huangshang" konzediert.


Bis zur Errichtung einer eigenen österreichisch-ungarischen Gesandtschaft sollte aber noch ein Vierteljahrhundert vergehen. Am 11. Mai 1897 übergab der erste in Peking residierende k. u. k. Gesandte, Moritz Freiherr Czikann von Wahlborn, sein Beglaubigungsschreiben.

Erst 1905 kam Chinas erster Missionschef, Li Qingmai, nach Wien.

Das 1895/97 in Peking als Sitz der k. u. k. Vertretung erbaute zweistöckige Palais wurde im Juni 1900 während des Boxeraufstands zerstört.

Nach dem Sturz der Mandschu-Dynastie Ende 1911 dauerte es bis zum

6. Oktober 1913, ehe Österreich-Ungarn die neue Republik China anerkannte.

1948 wurde der gesandte Felix Stummvoll, der schon vor dem ersten Weltkrieg in China Kulturattaché war bei der Kuomintang-Regierung akkreditiert, die im folgenden Jahr nach Taiwan flüchtete. Die österreichische Regierung beschloss, die Anerkennung Pekings zu vermeiden, solange nicht auch die vier Besatzungsmächte diesen Schritt vollzogen hatten. Erst 1970 ließ Bruno Kreiskys damaliger Außenminister Rudolf Kirchschläger über die österreichische Botschaft in Bukarest Sondierungen zur Herstellung diplomatischer Beziehungen herstellen. Am 26. Mai 1971 wurden die diplomatischen Beziehungen aufgenommen. Als erster österreichischer Botschafter wurde Hans Thalberg, ein enger Vertrauter Kreiskys, nach Peking entsandt.



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Dokument erstellt am 2001-03-22 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 17:35:00


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