• vom 11.01.2011, 19:13 Uhr

Weltpolitik


In der Elfenbeinküste eskaliert erneut die Gewalt




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  • Machtkampf um Präsidentschaft führt zu tödlichen Zusammenstößen.
  • Abidjan/Wien. (klh) In der Elfenbeinküste heizt sich die Stimmung immer mehr auf. So wurden am Dienstag in der Hafenmetropole Abidjan mindestens fünf Menschen bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des Politikers Alassane Ouattara getötet, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Elfenbeinküste kommt nicht zur Ruhe - Anhänger von Laurent Gbagbo bei einer Demonstration. Foto: ap

Die Elfenbeinküste kommt nicht zur Ruhe - Anhänger von Laurent Gbagbo bei einer Demonstration. Foto: ap Die Elfenbeinküste kommt nicht zur Ruhe - Anhänger von Laurent Gbagbo bei einer Demonstration. Foto: ap

Ouattara ist der international anerkannte Sieger der Präsidentenwahl. Die Sicherheitskräfte hören aber auf den Befehl von Laurent Gbagbo. Der bisherige Amtsinhaber hat den Urnengang laut offizieller Wahlkommission verloren, der Gbagbo-treue Verfassungsrat erklärte den ehemaligen Geschichtslehrer aber zum Sieger. Gbagbo weigert sich daher zurückzutreten.


Die jüngsten Zusammenstöße ereigneten sich in einer Gegend, die hauptsächlich von Ouattara-Anhängern bewohnt wird. Die Sicherheitskräfte gingen dort laut Zeugen mit Schüssen gegen Jugendliche vor, die Barrikaden errichtet hatten.

Truppen der UN-Friedensmission verließen daraufhin das Viertel. Die Blauhelme sollten von ihrem Mandat her eigentlich Zivilisten schützen, doch kommen sie selbst immer mehr unter Beschuss. Denn die Staatsmedien, die Gbagbo unterstützen, machen Stimmung gegen die UN-Einheiten.

Diese sind in den Augen der Gbagbo-Anhänger Teil eines internationalen Komplotts, durch das Gbagbo von der Macht verdrängt werden soll. Die internationale Gemeinschaft hat sich nämlich klar hinter Ouattara als Sieger der Präsidentenwahl gestellt. So hat etwa die EU Gbagbo mit Sanktionen belegt.

Das Lager von Ouattara wiederum hat kürzlich angeboten, mit Gbagbos Gefolgsleuten zusammenzuarbeiten. Bedingung sei aber, dass Gbagbo selbst auf alle Ansprüche auf die Präsidentschaft verzichte, sagte UNO-Botschafter Youssoufou Bamba der BBC. Das Angebot wurde von Gbagbos Lager zurückgewiesen.

Bereits 200 Menschen wurden seit der Präsidentenwahl im November getötet, nun steigt immer mehr die Angst vor einem Bürgerkrieg. Die US-Botschaft hat sämtliche US-Bürger zum Verlassen des Landes aufgerufen. "Packt eure Koffer, wir haben unsere bereits gepackt", sagte die Konsulentin Barbara Ensslin.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-01-11 19:13:21
Letzte Änderung am 2011-01-11 19:13:00

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