• vom 12.05.2000, 00:00 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.04.2005, 17:45 Uhr

Eklat in Den Haag um Diplomaten-Diner

Österreichs Botschafter nicht auf Gästeliste der Königin




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  • Den Haag - Die niederländische Königin Beatrix hat den österreichischen Botschafter Alexander Christiani von der Gästeliste ihres am Donnerstag stattfindenden traditionellen Diners für das Diplomatische Corps streichen lassen, meldete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Die Entscheidung entspreche den Beschlüssen der 14 EU-Staaten in Zusammenhang mit dem Regierungseintritt der "extremen Rechten" in Österreich, erklärte ein Sprecher des niederländischen Außenministeriums. "Der Botschafter Österreichs ist bei der Königin nicht willkommen", titelte die Tageszeitung "De Telegraaf".


Die niederländische Königin hatte im Februar kurz nach der Bildung der ÖVP-FPÖ-Regierung ihren alljährlichen Winterurlaub in Lech am Arlberg verbracht. Die niederländische Regierung hatte dazu erklärt, der Aufenthalt habe rein privaten Charakter.

Neben dem österreichischen Botschafter Alexander Christiani wurde auch der jugoslawische Geschäftsträger von der Gästeliste der niederländischen Königin gestrichen. Die österreichische Botschaft in Den Haag bezeichnete die Vorgangsweise des Hofes als "völlig unnötige Kränkung Österreichs".

Der 59 Jahre alte Christiani wird nach mehr als vierjähriger Amtszeit in den Niederlanden im Juni als Botschafter nach London wechseln. Ob er beim offiziellen Abschied von der Königin protokollgemäß den bei solchen Anlässen üblichen hohen Orden erhält, ist noch nicht bekannt gemacht worden. Der Botschafter werde keinesfalls einen Orden niedrigeren Ranges annehmen, sagte sein Botschaftssprecher am Donnerstag.

Nach Auffassung des Parteichefs der deutschen FDP, Wolfgang Gerhardt, solle sich der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bemühen, das Verhältnis der 14 EU-Staaten zu Österreich zu verbessern. "Wenigstens jetzt, da sich gewisse Auflockerungen in der Haltung einiger EU-Länder gegenüber Österreich zeigen, muss der Kanzler die Gelegenheit wahrnehmen und den Unsinn beenden. Das wäre leicht möglich," meinte der FDP-Chef, der scharfe Kritik an den von den EU-14 gegenüber Österreich verhängten Maßnahmen übte. Das Vorgehen der EU-14 sei eine "grobe Beleidigung eines demokratischen Landes".



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Dokument erstellt am 2000-05-12 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 17:45:00


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