• vom 19.08.1998, 00:00 Uhr

Weltpolitik

Update: 07.04.2005, 10:23 Uhr

Präsident steht zu Premier Kirijenko

Opposition will Jelzin-Rücktritt




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  • Moskau · Nach der faktischen Abwertung des Rubels hat die Opposition in Rußland erneut den Rücktritt von Präsident Boris Jelzin verlangt. Die Kommunisten warfen dem Staatschef vor, Rußland
  • um seine Glaubwürdigkeit zu bringen. Jelzin nahm Rücktrittsangebote von Premier Sergej Kirijenko und Zentralbankchef Sergej Dubinin nicht an.

Als Konsequenz aus der Verschärfung der Finanzkrise entließ er aber am Dienstag seinen langjährigen Finanzberater Alexander Liwschiz aus der Präsidentenverwaltung. Nach der Aufnahme des


als ultraliberal geltenden Steuerexperten Boris Fjodorow am Montag schloß der Kreml weitere Umbesetzungen in der erst vor wenigen Monaten neugebildeten Regierung nicht aus. Fjodorow ist federführend

für die Steuereintreibung in Rußland und als Vize-Ministerpräsident nun auch für makroökonomische Fragen und den staatlichen Schuldendienst verantwortlich.

Die russische Führung hatte am Montag den Weg für eine begrenzte Rubelabwertung freigemacht, nachdem Regierung und auch Jelzin einen solchen Schritt zuvor wochenlang ausgeschlossen hatten. Noch

am Freitag hatte Jelzin betont, der Rubel werde nicht abgewertet.

"Der Präsident hat uns völlig desavouiert", kritisierte der Chef der kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow, am Dienstag. Das Land habe weder eine einheitliche Regierung noch ein reales Programm.

Die linke Opposition werde bei der Sondersitzung der Duma am Freitag den Rücktritt Jelzins fordern.FORTSETZUNG SEITE 8



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Dokument erstellt am 1998-08-19 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 10:23:00

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