• vom 29.11.2012, 08:56 Uhr

Weltpolitik

Update: 29.11.2012, 09:05 Uhr

Afrikanische Union

Islamisten in Mali auf dem Vormarsch




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  • Rebellengruppe erobert weitere Stadt
  • Ban Ki Moon empfiehlt Militäreinsatz der Afrikanischen Union.

Soldaten der Regierung bei einem Einsatz.

Soldaten der Regierung bei einem Einsatz.© APAweb/Reuters/Adama Diarra Soldaten der Regierung bei einem Einsatz.© APAweb/Reuters/Adama Diarra

Bamako. Die islamistische Rebellengruppe Ansar Dine hat im Norden Malis eine weitere Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kämpfer der Gruppe hätten einige Dutzend Tuareg-Rebellen der Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA), die bisher die Ortschaft sechzig Kilometer von der Grenze zu Mauretanien kontrollierten, kampflos vertrieben, sagte ein Einwohner. Um den Vormarsch der Extremisten zu stoppen, rät UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu einem Militäreinsatz der Afrikanischen Union.


Die malische Armee, die seit Januar gegen einen Aufstand der MNLA und anderer Rebellengruppen kämpfte, hatte Lere vor einigen Monaten aufgegeben. Für die MNLA ist der Verlust von Lere ein weiterer Rückschlag. Die säkulare Gruppe hatte Ende März nach dem Sturz der Regierung in Bamako durch eine Gruppe Soldaten gemeinsam mit Ansar Dine und der islamistischen Bewegung MUJAO den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Anschließend war die MNLA jedoch aus den meisten Städten des Nordens von den Islamisten vertrieben worden.

Ban empfiehlt Militäreinsatz
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dem Sicherheitsrat einen Militäreinsatz der Afrikanischen Union gegen Extremisten in Mali empfohlen. Ban will die Aktionen aber nicht mit Geld der UN unterstützen, wie er erklärte. Nach seiner Empfehlung soll zunächst die bestehende afrikanische UN-Truppe mit 3300 Mann in Mali der Regierung zur Seite stehen. Wichtige Fragen wie Führung, Ausbildung, Ausrüstung oder Finanzierung seien aber noch nicht geklärt, sagte Ban.

Ein Diplomat im Sicherheitsrat zeigte sich empört, dass die UN die geschätzten Kosten zwischen 300 und 500 Millionen Dollar nicht übernehmen sollen. Das sei vor allem eine Beleidigung der Staaten der Afrikanischen Union. Ban schlug vor, dass das Geld für Kampfeinsätze über "freiwillige oder bilaterale Zahlungen" aufgebracht werden solle. Diplomaten zufolge heißt das, dass die EU-Staaten zahlen sollen.

Der Norden Malis wird seit diesem Jahr von Islamisten beherrscht, darunter der nordafrikanische Ableger der Al-Kaida. Die Vereinten Nationen fürchten, dass die Region zum Rückzugsgebiet für Extremisten und Kriminelle wird. Die Europäische Union plant, 200 Soldaten für die Ausbildung in das Land zu schicken. Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen hat sie ausgeschlossen.




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Dokument erstellt am 2012-11-29 09:00:32
Letzte Änderung am 2012-11-29 09:05:08


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