• vom 23.05.2013, 12:38 Uhr

Weltpolitik

Update: 23.05.2013, 17:50 Uhr

Spannungen Taipeh - Manila nach tödlichem Schuss




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  • Späte Entschuldigung: Philippinische Küstenwache erschoss Fischer.

Hohe Wellen schlägt nun auch ein Zwischenfall, der fast zum diplomatischen Bruch zwischen Taiwan und den Philippinen geführt hätte. - © APAweb/EPA/DENNIS M. SABANGAN

Hohe Wellen schlägt nun auch ein Zwischenfall, der fast zum diplomatischen Bruch zwischen Taiwan und den Philippinen geführt hätte. © APAweb/EPA/DENNIS M. SABANGAN

Manila/Taipeh. Der Streit um Hoheitsansprüche im Chinesischen Meer lässt die Emotionen hochgehen. Erst kürzlich brachten China und Japan ihre Kriegsschiffe in Stellung, um zu beweisen, dass sie die von beiden Ländern beanspruchten Senkaku-Inseln - in China Diaoyu genannt - notfalls auch mit Waffengewalt verteidigen wollen.


Hohe Wellen schlägt nun auch ein Zwischenfall, der fast zum diplomatischen Bruch zwischen Taiwan und den Philippinen geführt hätte. Anlass war eine tödliche Machtdemonstration im Ostchinesischen Meer: Die philippinische Küstenwache hatte Anfang Mai nordöstlich der Kalayan-Inseln das Feuer auf ein taiwanesisches Fischerboot eröffnet und dabei einen 65-jährigen Fischer tödlich getroffen. Auf das Gebiet erheben sowohl Taiwan als auch die Philippinen Anspruch, beide berufen sich dabei auf das UNO-Seerechtsübereinkommen (Unclos), wonach jeder Küstenstaat über das ausschließliche Recht verfügt, die Fischbestände in einer Zone, die sich bis zu einer Breite von 200 Seemeilen (370 Kilometer) vor seiner Küste erstreckt, zu bewirtschaften.



Taiwans Regierung verlangte von Manila deshalb eine formale Entschuldigung - doch die philippinische Regierung weigerte sich zunächst und schickte drei Tage nach Ablauf eines taiwanesischen Ultimatums den Vorsitzenden des philippinischen Repräsentationsbüros in Taipeh vor. Taiwans Führung fühlte sich düpiert. Sie verwies den Repräsentanten des Landes und drohte vor allem damit, keine Arbeitsvisa mehr an Philippinen auszustellen. Die Drohung zeigte Wirkung. Nur wenige Stunden später entsandte Präsident Benigno Aquino einen Regierungsvertreter nach Taipeh, wo er sein "tiefes Bedauern und eine Entschuldigung" übermittelte. Darüber hinaus versprach der persönliche Vermittler Aquinos , die Familie des Fischers finanziell zu entschädigen, den blutigen Zwischenfall untersuchen zu lassen und die Verantwortlichen zu bestrafen.

Rund 3000 Philippinen stellen jeden Monat einen Antrag auf Arbeitserlaubnis in Taiwan, 88.000 arbeiten bereits in dem asiatischen Tigerstaat - die meisten als Fabriksarbeiter.



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Dokument erstellt am 2013-05-23 12:41:03
Letzte Änderung am 2013-05-23 17:50:22


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