• vom 05.02.2015, 17:47 Uhr

Weltpolitik

Update: 05.02.2015, 21:20 Uhr

Korruption

Der Kampf gegen die Straflosigkeit




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Von Klaus Huhold

  • Kevin Donegan leitet für Transparency International die globale Kampagnenarbeit. Ein Gespräch darüber, inwieweit seine Organisation mit dem Frust der Bürger arbeitet, und wann Politiker bereit sind, auf Missstände zu reagieren.

"Die Emotionen, die Korruption bei den Bürgern hervorruft, sollten nicht ignoriert werden", sagt Donegan.

"Die Emotionen, die Korruption bei den Bürgern hervorruft, sollten nicht ignoriert werden", sagt Donegan.© Campaigning Summit/Jakob Glaser "Die Emotionen, die Korruption bei den Bürgern hervorruft, sollten nicht ignoriert werden", sagt Donegan.© Campaigning Summit/Jakob Glaser

"Unmask the Corrupt" heißt eine neue Kampagne von Transparency International. Die Maske vom Gesicht ziehen will die Organisation dabei korrupten Politikern und Geschäftsleuten, indem etwa im Internet oder gegenüber Medien dokumentiert wird, wie diese über Briefkastenfirmen Gelder verschwinden lassen. Kevin Donegan leitet die internationalen Kampagnen von Transparency und war kürzlich in Wien beim "Campaigning Summit" - einem Forum, bei dem sich Experten über Öffentlichkeitsarbeit austauschen - zu Gast. Die "Wiener Zeitung" traf den Iren, der sich zuvor schon bei anderen NGOs wie dem "Center for Economic and Social Rights" um die Kommunikation kümmerte, zum Gespräch darüber, wie man Kampagnen aufzieht und was sie bewirken.

"Wiener Zeitung": In der jüngsten Kampagne "Unmask the Corrupt" berichtet Transparency International von einem früheren nigerianischen Regionalgouverneur, der sich um 2,2 Millionen Pfund ein Haus in London kauft, die er bar auf den Tisch legt und deren Herkunft wohl aus dunklen Kanälen stammt. Das ist eine Geschichte, die Bürger zornig macht. Inwieweit arbeitet Ihre Organisation bei ihren Kampagnen mit Emotionen wie Ärger, Wut oder Frustration?


Kevin Donegan: Es geht uns nicht darum, Emotionen zu schüren. Aber es ist unsere Arbeit, darüber nachzudenken, welche Anliegen die Bürger haben. Sie sind über Korruption empört. Was wir mir derartigen Kampagnen erreichen wollen: Dass es für korrupte Individuen schwieriger wird, ihr Geld, das sie von der Öffentlichkeit gestohlen haben, um den Globus zu transferieren. Wir arbeiten da auch viel mit Daten. Aber gleichzeitig ist es wichtig, anhand von Beispielen, zu denen die Menschen einen Bezug haben, das Problem zu illustrieren.

Aber birgt es nicht auch Gefahren, wenn zu sehr mit Emotionen gearbeitet wird? Sie sind schwer zu kontrollieren.

Die Emotionen, die Korruption bei den Bürgern hervorruft, sollten nicht ignoriert werden. Es muss öffentlich klar werden, wenn Leute frustriert sind. Aber wir versuchen nicht, spezifisch mit Emotionen zu arbeiten und diese irgendwie zu provozieren. Vielmehr wollen wir die Leute zu Engagement bewegen - und gegen Straflosigkeit bei Korruption vorgehen.

Um das zu schaffen, müssen Sie Entscheidungsträger erreichen. Wann kommt der Moment, am dem diese NGOs zuhören?

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-02-05 17:50:05
Letzte Änderung am 2015-02-05 21:20:06


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