• vom 16.09.2015, 10:40 Uhr

Weltpolitik


Bombenanschlag

Bangkoks Polizei fahndet nach Thailänderin und Mitbewohner

apa.at



  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von cg/mas/mhh


    Bei ihren Bemühungen um die Aufklärung des Anschlags vom 17. August mit 20 Toten kommen die Sicherheitskräfte in Thailand nur schleppend voran. Wie die Polizei in Bangkok am Montag mitteilte, fahndet sie nach einer 26-jährigen Thailänderin, von der ein Foto mit schwarzer Verschleierung veröffentlicht wurde, und einem schnauzbärtigen Mann. Eine überzeugendes Motiv des Anschlags gab es weiter nicht.

    Die Polizei stellte am Wochenende im Stadtviertel Minburi Material zum Bau von Bomben sicher. In der Wohnung der Thailänderin und des Manns unbekannter Nationalität seien Düngemittel und Zeitzündervorrichtungen gefunden worden, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri.


    Von dem schnauzbärtigen Mann wurde ein Phantombild veröffentlicht. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Verdächtigen zu einem Netzwerk gehörten, das für den Anschlag auf den Erawan-Schrein vor zwei Wochen verantwortlich war. Damals waren 20 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden.

    Gefahndet werde nun nach der 26-Jährigen und ihrem Mitbewohner, sagte Prawut im Fernsehen. Er nannte den Namen der Verdächtigen - Wanna Suansan - und veröffentlichte ein Foto von ihr, das sie mit einem Kopftuch zeigt. Der Mann sei ein "Ausländer", sagte der Polizeisprecher, ohne nähere Angaben zu machen.

    Am Samstag hatten die thailändischen Behörden bei einer Großrazzia einen ersten Verdächtigen festgenommen, in dessen Wohnung Material zum Bombenbau sowie zahlreiche offenbar gefälschte Pässe sichergestellt worden waren. Auch diese Wohnung liegt im Stadtviertel Minburi.

    Der am Samstag festgenommene Mann hatte zunächst die Aussage verweigert. Am Montag teilte die Polizei jedoch mit, er habe inzwischen "sehr nützliche" Informationen preisgegeben.

    Zu den gängigen Hypothesen für die Hintergründe des Anschlags zählen Rivalitäten zwischen den verfeindeten thailändischen politischen Lagern, Bandenkriminalität, islamischer Fundamentalismus, Aktivitäten von Aufständischen aus dem Süden Thailands und ein Racheakt für die Zwangsausweisung von Uiguren nach China.

    Von dem am Samstag festgenommenen Mann, der zunächst als Türke identifiziert worden war, was dann widerrufen wurde, veröffentlichte die Polizei ein Foto, auf dem er mit Bartstoppeln zu sehen ist. Dieser Mann habe illegale Einwanderer mit gefälschten Personalpapieren versorgt, teilte die Polizei mit.

    Der Sicherheitsexperte Zachary Abuza zweifelte aber die Annahme an, nach der die organisierte Kriminalität hinter dem Anschlag stecken könnte. "Was wäre der Nutzen?", fragte Abuza. "Wie soll das Umbringen von 20 unschuldigen Zivilisten dieses Geschäft voranbringen?"




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2015-08-31 08:41:14
    Letzte Änderung am 2015-09-16 10:40:17


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Ehrenformation und Weihnachtsengerl
    2. Huawei-Vorstand in "unmenschlicher" U-Haft in Kanada
    3. Deutschland und Frankreich vermitteln wieder
    4. Österreich rutscht beim Klimaschutz-Index ab
    5. Migrationspakt offiziell angenommen
    6. Teheran sinkt gefährlich ab
    7. Bulgarien bestätigte offiziell Ablehnung

    Werbung




    Werbung