• vom 08.12.2015, 18:03 Uhr

Weltpolitik

Update: 09.12.2015, 10:20 Uhr

Interview

"Der IS ist für uns gefährlicher als Assad"




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Von Markus Schauta

  • Der Islamische Staat verzerre das Bild des Islam weltweit, sagt der Stabschef der FSA, General Ahmad Berri. Die Freie Syrische Armee (FSA) will sich neu aufstellen, um den Kampf gegen das Assad-Regime effektiver führen zu können.

Seit ihrem Entstehen im Juli 2011 versucht die Freie Syrische Armee (FSA), stabile Kommandostrukturen zwischen dem Generalstab und jenen Einheiten aufzubauen, die in Syrien gegen Machthaber Bashar al-Assad kämpfen. Wurde ausländische Militärhilfe früher über den Generalstab der FSA nach Syrien geleitet, hat diese Aufgabe inzwischen das Military Operations Command (MOC) übernommen. Über MOC gelangt die Militärhilfe westlicher und arabischer Staaten nun unter Umgehung des Generalstabs direkt an ausgewählte Gruppen in Syrien. Um der FSA wieder mehr Einfluss im Kampf gegen Assad zu sichern, versucht Stabschef General Ahmad Berri zurzeit möglichst viele Kampfgruppen in Syrien in einem Supreme Military Council zu vereinigen. Die Dachorganisation soll zukünftig die FSA repräsentieren.

"Wiener Zeitung": Die syrische Armee hat mit Unterstützung der russischen Luftwaffe im Oktober eine neue Offensive gestartet. Wie steht es um die FSA?


General Ahmad Berri: Die FSA konnte dem Vorstoß von Assads Truppen im Gebiet nördlich von Hama bisher erfolgreich Stand halten. In wenigen Tagen zerstörten die FSA-Gruppen mehr als 50 Panzer. Ich kann also versichern, dass die FSA militärische Erfolge erzielt.

Der Westen und arabische Staaten organisieren ihre Militärhilfe für die syrische Opposition über ein sogenanntes Military Operations Command (MOC). Waffen und Munition werden also von der Türkei direkt an ausgewählte Kampfgruppen in Syrien verteilt und nicht wie früher über den Stabschef der FSA. Sind Sie ins Abseits geraten?

Zurzeit unterstützen elf Staaten über den MOC die syrische Opposition. Sie versorgen die Einheiten mit Munition und Waffen und, sehr aktuell, mit den TOW-Panzerabwehrraketen. Das hat wesentliche Auswirkungen auf unseren Kampf gegen Assad. Mit Hilfe der Anti-Panzer-Raketen konnten wir die Situation am Boden für uns ausgleichen. Unter meinem Vorgänger General Selim Idris kamen Waffen, Munition und Geld zunächst zum Stabschef. Der wiederum verteilte sie an die FSA-Gruppen und anderen Fraktionen in Syrien. Das hat unsere Beziehungen zu den Kampfgruppen positiv beeinflusst und sie akzeptierten den Generalstab der FSA als eine Art Oberkommando. Aber seit MOC installiert wurde, der die Militärhilfe direkt an die Fraktionen verteilt und den Generalstab damit umgeht, sind die Beziehungen zwischen dem Generalstab und den Kampfgruppen schwächer.

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Schlagwörter

Interview, IS, Islam, Ahmad Berri, Syrien, Armee

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Dokument erstellt am 2015-12-08 18:08:04
Letzte Änderung am 2015-12-09 10:20:04


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