• vom 28.05.2016, 20:33 Uhr

Weltpolitik

Update: 29.05.2016, 10:45 Uhr

Syrien

IS stürmt Rebellenstädte




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Von WZ Online, APA, dpa

  • "Human Rights Watch" rechnet mit 165.000 Vertriebenen in Nordsyrien.

Damaskus. Kämpfer der Terrormiliz IS haben die Außenbezirke einer der letzten beiden Rebellenstädte nördlich von Aleppo in Syrien gestürmt. Die Dschihadisten, die bereits in den vergangenen Tagen in der Region gegen Aufständische nahe der türkischen Grenze vorgerückt waren, hätten am Samstag die Verteidigungsanlagen der Stadt Marea überrannt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Am Stadtrand lieferten sich Rebellen und IS-Kämpfer heftige Gefechte - Dutzende Menschen seien dabei gestorben. Marea - etwa 20 Kilometer südlich der türkischen Grenze gelegen - ist neben Asas die einzige größere Stadt, die in der Enklave noch von Rebellen kontrolliert wird. Das Rebellengebiet grenzt im Osten an den Herrschaftsbereich des IS und im Westen an Kurdengebiete.

Erst kürzlich war der "Islamische Staat" (IS) in das strategisch wichtige Gebiet vorgerückt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) flohen Zehntausende vor den Dschihadisten und sind nun in der Region um Asas eingeschlossen. Den Rebellen droht dort ein totaler Zusammenbruch. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und HRW gehen von 165.000 Vertriebenen aus, die rund um Asas Zuflucht gesucht haben. Unter diesen sind aber auch Flüchtlinge der vergangenen Wochen und Monate.


Zehntausende in der Konfliktzone 

Karl Shembri vom Norwegischen Flüchtlingsrat (NRC) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Situation sei beispiellos. "Das gesamte Gebiet um Asas ist komplett unsicher und Tausende Zivilisten und Hunderte Helfer sind in die Konfliktzone geraten."

Ein lokaler Aktivist berichtete, dass Rebellen einen Ort an die kurdischen Truppen übergaben, um im Gegenzug den Abzug von Zivilisten aus dem belagerten Marea zu ermöglichen. Dabei werde es sich vor allem um Kinder, Frauen und Verwundete handeln. Auf türkischem Staatsgebiet schlugen indes erneut Raketen ein. Diese wurden wahrscheinlich aus Gebieten der Terrormiliz IS abgeschossen.

Unterdessen übte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan neuerlich die westliche Unterstützung für die gegen den IS kämpfenden Kurden, konkret die Miliz YPG und die syrische Kurdenpartei PYD. "Die Unterstützung, die die USA der PYD und der YPG gegeben haben (...) Ich verurteile das", sagte Erdogan am Samstag in der Kurden-Metropole Diyarbakir im Südosten der Türkei. Er beschuldigte militante Kurden, sie seien "Atheisten" und "Zoroastrier", Anhänger einer alten, heute vor allem in Indien verbreiteten, monotheistischen Religion. Die Kurdenmiliz YPG ist für die Türkei eine Terrororganisation wie die PKK (Kurdische Arbeiterpartei).

USA töten 70 IS-Kämpfer bei Luftangriffen im Irak

Bei Luftangriffen auf die westirakische Stadt Falluja haben die USA in den vergangenen Tage mehr als 70 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Darunter sei auch der lokale Kommandant der Terrormiliz, Maher al-Bilawi, gewesen, sagte der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, am Freitag.

Die irakische Armee und Milizen hatten Anfang der Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falluja ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak. Die Extremisten kontrollieren die Stadt seit Jänner 2014.




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Dokument erstellt am 2016-05-28 15:04:14
Letzte Änderung am 2016-05-29 10:45:56


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