• vom 13.12.2016, 17:56 Uhr

Weltpolitik

Update: 13.12.2016, 18:12 Uhr

Silicon Valley

Tech-Gigant meets Tycoon




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Von Andrej Sokolow

  • Nach Wahlkampf-Kontroversen reisen die Chefs von Apple, Microsoft, Google und Konsorten zu Trump nach New York.

Die Größen des Silicon-Valley pilgern zu Trump nach New York. , Foto: afp

Die Größen des Silicon-Valley pilgern zu Trump nach New York. , Foto: afp Die Größen des Silicon-Valley pilgern zu Trump nach New York. , Foto: afp

New York. (dpa) Das Silicon Valley wollte Donald Trump nicht als Präsidenten. Und der Milliardär machte die Tech-Branche im Gegenzug oft zum Ziel seiner Verbalattacken. Jetzt müssen beide Seiten notgedrungen lernen, miteinander auszukommen. Ein erstes Treffen in New York mit ausgewählten Chefs der Internet-Giganten soll nun Risse kitten. Beide Seiten sind darauf angewiesen, dass zumindest ein einigermaßen zivilisiertes Zusammenleben in den nächsten Jahren funktioniert.

Die Liste der erwarteten Teilnehmer ist bisher nur nach Medienberichten bekannt. Zumindest die Riege der Giganten des Silicon Valley wird demnach vertreten sein: Apple-Chef Tim Cook, Microsoft-Lenker Satya Nadella, der Chef des Google-Dachkonzerns Alphabet, Larry Page. Die symbolische Optik der Tatsache, dass die Bosse der Milliarden-Konzerne für die Trump-Audienz den Weg nach New York auf sich nehmen und als Gruppe beim künftigen Herrn des Weißen Hauses antreten, dürfte beiden Seiten bewusst sein.


Bezos wollte Trump
auf den Mond schießen

Aktuell wird noch beinahe in Manier der "Kremlinologie" aus Zeiten der Sowjetunion darüber spekuliert, wer wohl mit von der Partie sein wird und wer nicht - und was das zu bedeuten hat. So heißt es, Amazon-Chef Jeff Bezos habe auch eine Einladung erhalten und könnte tatsächlich aus Seattle einfliegen. Die Spannungen zwischen Trump und Bezos sind besonders groß.

Dem Amazon-Gründer gehört die "Washington Post", die Trump konsequent kritisch im Blick behält und im Wahlkampf die Wahl dessen demokratischer Gegenkandidatin Hillary Clinton empfahl. Trump versprach bei einem Wahlkampfauftritt unmissverständlich, Bezos werde nach seiner Wahl "so was von Probleme bekommen", weil die Zeitung für den Online-Milliardär nur ein "Spielzeug" zum Steuersparen sei. Raumfahrt-Enthusiast Bezos twitterte, er habe Trump einen Platz an Bord der Rakete seiner Firma Blue Origin reserviert. Der dazugehörige Hashtag "#sendDonaldtospace" - "schickt Donald ins All" - wurde allgemein als Angebot ohne Rückfahrkarte aufgefasst. Nach Trumps Wahl versprach Bezos in einem Glückwunsch-Tweet umgehend, ihm eine unvoreingenommene Einstellung entgegenzubringen. Die "Washington Post" ist unterdessen nicht zurückhaltender geworden.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bleibt dem Vernehmen nach dem Treffen fern, sondern schickt die in politischen Dingen erfahrene Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Unklar war die Lage bei Elon Musk, Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX, der zu den schillerndsten Figuren der Tech-Industrie zählt. Dabei kennt Musk schon lange Peter Thiel, Trumps prominentesten Unterstützer im Silicon Valley, der auch das jetzige Treffen mit Trump eingefädelt haben soll. Das Blog "Recode" schrieb am Montag, "wichtige Arbeitsverpflichtungen" könnten den Tesla-Chef von der Reise abhalten. Für Musks Geschäft könnte es verheerende Folgen haben, wenn Trump die Umweltschutzmaßnahmen der Obama-Ära umkehrt: Tesla kaufte den Solarstrom-Spezialisten SolarCity.

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Dokument erstellt am 2016-12-13 17:59:05
Letzte Änderung am 2016-12-13 18:12:42


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