• vom 24.02.2017, 08:51 Uhr

Weltpolitik


Malaysia

Kims Halbbruder mit Nervengift VX getötet




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Giftspuren in Augen und Gesicht gefunden - Auch eine Verdächtige leidet an Gift-Symptonen.

Kuala Lumpur. Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un wurde nach Angaben malaysischer Ermittler durch das Nervengift VX getötet. Spuren des Gifts seien in den Augen und im Gesicht Kim Jong Nams gefunden worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Auch eine der beiden verdächtigen Frauen leide an Symptomen einer VX-Vergiftung. Die Ermittler untersuchten nun, ob das Gift aus dem Ausland nach Malaysia gebracht oder vor Ort hergestellt wurde. Zudem wird der Flughafen nach Spuren radioaktiven Materials abgesucht.

Kim Jong Nam war am 13. Februar am Flughafen Kuala Lumpur zusammengebrochen und auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Er klagte vor seinem Tod über Übelkeit und rieb sich die Augen. Die Frauen sollen ihm etwas ins Gesicht gewischt haben. VX ist geruchs-und geschmacklos. Es führt nach Angaben der US-Armee binnen 15 Minuten zum Tod, wenn entsprechend große Mengen eingesetzt werden. Das Gift kann als Gas, Flüssigkeit oder Creme produziert werden und wird über die Haut oder die Augen vom Körper aufgenommen. Der Stoff fällt unter die Chemiewaffenkonvention. Nach Angaben von Experten gibt es keine zivilen Einsatzmöglichkeiten.

Ermittler bitten um Hilfe bei der Suche nach Hintermännern

Die malaysischen Ermittler hatten am Donnerstag Interpol bei der Suche nach den Hintermännern des mutmaßlichen Anschlags um Hilfe gebeten. Neben den beiden Frauen aus Indonesien und Vietnam befindet sich auch ein Mann aus Nordkorea in Haft. Weitere sieben nordkoreanische Verdächtige - darunter ein Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft in Malaysia - befinden sich auf der Flucht. Malaysia ist eines der wenigen Länder, das Beziehungen zu dem kommunistisch geführten Nordkorea unterhält. Der Fall belastet das Verhältnis beider Staaten inzwischen schwer. Nordkoreas Botschafter hatte Zweifel an der Identität des Toten geäußert und erklärt, Malaysia bei der Aufklärung des Falls nicht zu vertrauen. Die malaysische Regierung zog daraufhin ihren Botschafter aus Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang ab.

Der getötete Kim lebte mit seiner Familie in Macau unter dem Schutz der chinesischen Regierung. Er hatte sich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat geäußert. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge erteilte Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines älteren Halbbruders.





Schlagwörter

Malaysia, Nordkorea, Kim Jong-nam

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-02-24 08:31:07
Letzte Änderung am 2017-02-24 08:50:07


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