• vom 18.12.2007, 17:27 Uhr

Weltpolitik


Fidel Castro: Vom Rechtsanwalt zum Revolutionär




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  • Angriff auf die Moncada-Kaserne wurde zum Mythos.
  • Wien. (schmoe) Wer ist dieser Mann, der sich seit nunmehr 49 Jahren in Kuba an der Macht hält? Diese Frage haben sich zahllose Castro-Biografen gestellt, wirklich ausreichend beantwortet hat sie wohl keiner.

Faktum ist, dass Fidel Alejandro Castro Ruz am 13. August 1926 in Birán, Provinz Oriente, geboren wurde. Der Vater, Ángel Castro Argiz, ein Immigrant aus Spanien, war im Zuckergeschäft wohlhabend geworden. Die Mutter, Lina Ruz Gonzales, war einfache Hausgehilfin. Ángel Castro heiratete Lina Ruz erst, als Fidel Castro bereits 15 Jahre alt war. Von seinem Vater formell angenommen wurde Fidel erst als 17-Jähriger. Während seines Studiums heiratete er Mirta Diaz Balart, die der kubanischen Oberschicht angehörte und durch die er in die Lebensart der noblen Kubaner eingebunden wurde. Als diese Liaison politisch untragbar wurde, ließ Castro sich scheiden.


Nach einer kurzen Karriere als Anwalt ging der brillante Rhetoriker in den Untergrund. Die ersten Versuche eines gewaltsamen Sturzes der korrupten Battista-Diktatur endeten allerdings mit einem Fiasko. Als Castro im Juli 1953 mit Getreuen die Moncada-Kaserne angriff, kamen die meisten seiner Leute ums Leben, Fidel selbst landete vor Gericht und erhielt 15 Jahren Haft. Der Moncada-Coup wurde von der kubanischen Geschichtsschreibung später zum Mythos verklärt.

Nach zwei Jahren Haft auf Isla de Pinos wurde Castro begnadigt, er ging nach Mexiko, wo er dem Argentinier Ernesto "Che" Guevara begegnete, einem Theoretiker der Guerilla-Taktik. Mit 82 Exilierten machten sich Castro und Guevara 1956 an Bord des Schiffes "Granma" auf den Weg nach Kuba. Diesmal lief es für die Umstürzler besser. Nach einigen militärischen Erfolgen ergriff der korrupte Diktator Fulgencio Battista am Neujahrstag 1959 die Flucht.



Knapp am Fiasko vorbei
Die neuen Machthaber begannen mit der Neuordnung des Landes. US-Konzerne wurden ohne Entschädigung enteignet, ebenso Großgrundbesitzer. Daraufhin brach Washington alle diplomatischen Kontakte ab. Mit einer beispiellosen Kampagne machte sich die neue Regierung an die Alphabetisierung der Bevölkerung, nach und nach wurde die medizinische Versorgung ausgebaut. Am 17. April 1961 scheiterte ein von der CIA gesteuerter Invasionsversuch von Exilkubanern, ab 1962 wurde die Insel von den USA wirtschaftlich völlig isoliert. Im gleichen Jahr löste der Versuch der Sowjets, Atomraketen auf Kuba zu stationieren, fast den Dritten Weltkrieg aus - das Fiasko konnte in letzter Sekunde verhindert werden.



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Dokument erstellt am 2007-12-18 17:27:50
Letzte Änderung am 2007-12-18 17:27:00


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