• vom 17.07.2017, 16:48 Uhr

Weltpolitik


Indien

"Unberührbare" treten um Präsidentschaft an




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  • Indiens neues Staatsoberhaupt kommt aus unterster Kaste.

Neu-Delhi. Das künftige indische Staatsoberhaupt kommt in jedem Fall von ganz unten, das war schon vor Beginn der Wahl am Montag klar. Sowohl die Regierungspartei BJP von Premier Narendra Modi als auch die Opposition um die Kongresspartei haben einen Kandidaten aus der niedrigsten Stufe des Kastensystems nominiert. Angehörige dieser Kaste galten vormals als "Unberührbare" und werden heute "Dalits" genannt.

Dazu gehört der 71-Jährige Ram Nath Kovind, bis dato Gouverneur des Bundesstaates Bihar. Seine Gegenkandidatin ist die gelernte Diplomatin Meira Kumar. Die 72-Jährige amtierte bisher als Parlamentspräsidentin. Der Sieger wird Indiens zweiter Dalit-Präsident nach K. R. Narayanan, der das Amt 1997 bis 2002 innehatte.


Anders als die meisten in der untersten Kaste haben es diese beiden weit gebracht. Die anderen 200 Millionen Dalits leiden unter der rigiden gesellschaftlichen Hierarchie des Landes, die sich an dem etwa 3000 Jahre alten hinduistischen Kastensystem orientiert. Zwar sieht die Verfassung ein System der positiven Diskriminierung für benachteiligte Gruppen vor. Ausgrenzung ist aber immer noch an der Tagesordnung.




Schlagwörter

Indien, Wahlen

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Dokument erstellt am 2017-07-17 16:54:04



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