• vom 27.11.2017, 17:59 Uhr

Weltpolitik

Update: 29.11.2017, 13:32 Uhr

Honduras

Kleines Land mit großer Wirkung




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Von WZ-Korrespondent Tobias Käufer

  • Mit Salvador Nasralla setzte sich in Honduras überraschend der Oppositionelle durch.

Salvador Nasralla hat Honduras überzeugen können.

Salvador Nasralla hat Honduras überzeugen können.© reu/Cabrera Salvador Nasralla hat Honduras überzeugen können.© reu/Cabrera

Tegucigalpa. Auch wenn sich der Amtsinhaber Juan Orlando Hernandez ebenfalls als Wahlsieger ausruft: Stimmen die vorliegenden Zahlen, dann hat Salvador Nasralla mit 45 Prozent die Präsidentschaftswahlen in Honduras gewonnen. Der Kandidat des Linksbündnisses "Oppositionelle Allianz gegen die Diktatur" hätte damit vor allem internationale Beobachter Lügen gestraft: Die hielten einen Wahlerfolg der Opposition aufgrund eines korrupten Wahlsystems gar nicht für möglich. Der konservative Amtsinhaber Hernandez, der nur aufgrund eines juristischen Winkelzuges erneut hatte antreten können, obwohl dies die Verfassung eigentlich gar nicht vorsieht, ist mit 40 Prozent geschlagen. Die Vorverurteilung des mittelamerikanischen Landes und seiner Institutionen ist damit widerlegt. Auch ein oppositioneller Kandidat kann in Honduras Wahlen gewinnen, sollte es keine überraschende Wende bei den Ergebnissen mehr geben.

Damit wäre zugleich eines der größten Politdramen der jüngeren Vergangenheit ausgebügelt. Denn hinter dem linken Wahlbündnis "Oppositionelle Allianz gegen die Diktatur" steht Honduras Ex-Präsident Manuel Zelaya.


Lateinamerikas Linke feiern
Der war 2009 unter umstrittenen Umständen von den Militärs noch im Schlafanzug abgesetzt und außer Landes gebracht worden. Der Staatsstreich löste weltweit Proteste aus. Die lateinamerikanische Linke sprach empört von einem Putsch, die konservativen Kräfte warfen Zelaya Korruption vor, der aufgrund eines Urteils des Obersten Gerichtshofs aus dem Amt entfernt worden sei. Danach folgte eine lange politische Odyssee, die am Ende in der Wiederaufnahme Zelayas in das politische System endete. Nun sitzt Zelaya acht Jahre nach seiner Entmachtung wieder an den Schalthebeln der Macht. Damit feiert die lateinamerikanische Linke erstmals seit längerer Zeit wieder einen strategisch wichtigen Sieg. Nasralla wird nun liefern müssen: Seine Landsleute erwarten von ihm ein Konjunkturprogramm, dass die Bevölkerung aus ihrer Armut befreit. Und vor allem eine Sicherheitspolitik, die die aus dem Ufer gelaufene Kriminalität und Gewalt eindämmt.




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Dokument erstellt am 2017-11-27 18:02:06
Letzte Änderung am 2017-11-29 13:32:05


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