• vom 04.01.2018, 22:15 Uhr

Weltpolitik

Update: 04.01.2018, 22:18 Uhr

Afghanisten

Mindestens 20 Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, dpa

  • Offenbar hatten es die Attentäter auf Sicherheitsposten abgesehen.

Kabul. Bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf einen Sicherheitsposten in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 20 Menschen getötet und 30 verletzt worden. Das bestätigte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi. Unter den Toten seien sowohl Sicherheitskräfte als auch Zivilisten.

Der Kabuler Polizeichef Basir Mujahid sagte, dass es der Attentäter auf einen provisorischen Sicherheitsposten im Viertel Makroroian, einer Wohngegend nahe dem Zentrum der Stadt, abgesehen hatte. Den hatte die Polizei laut Mujahid aufgestellt, weil es am Donnerstag in der Gegend zuerst Kämpfe mit Alkohol- und Drogenverkäufern und dann Proteste lokaler Händler gegen Razzien der Sicherheitskräfte gegeben hatte. Die meisten Toten seien Polizisten.

Information

Die Kabul-Provinz steht wegen der vielen Angriffe auf die Hauptstadt an
der Spitze der Anschlags- und Opfer-Statistiken. Schon von 2015 auf 2016
war laut UNO die Anzahl der zivilen Opfer von Anschlägen in Kabul um 68
Prozent gestiegen. Bis Juli 2017 wuchs sie im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um weitere 59 Prozent.

IS bekennt sich zu Anschlag

Hinweisen in sozialen Medien zufolge bekannte sich die Terrormiliz IS zu dem Anschlag. Sie ist in Afghanistan noch recht neu und hat im Osten des Landes eine relativ kleine territoriale Basis. Sie wird von der afghanischen Regierung, den USA und auch den rivalisierenden Taliban schwer bekämpft. In Kabul hat sie allerdings laut dem IS-Experten des Rechercheinstituts International Crisis Group (ICG) 2017 allein 16 Anschläge mit mehr als 270 Toten für sich beansprucht.

Der Anschlag war der erste im neuen Jahr nachdem es 2017 mehr als 20 große Attentate mit mehr als 500 Toten gegeben hatte. Die Gesamtzahl der Toten und Verletzten lag wohl bei mehr als 1000. Erst vor acht Tagen hatten sich ein Selbstmordattentäter des IS in einem schiitischen Kulturzentrum im Westen der Stadt in die Luft gesprengt, mindestens 41 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt.





Schlagwörter

Afghanisten, Kabul, IS

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-04 22:17:11
Letzte ─nderung am 2018-01-04 22:18:01



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "General, jetzt ist der Zeitpunkt"
  2. Auto rast in Menschenmenge
  3. Zündstoff unter dem roten Teppich
  4. Transporter rast in Menschenmenge
  5. Schrei nach Wandel
  6. G7 wollen Dialog mit Russland
  7. Ex-Präsident George Bush auf Intensivstation

Werbung




Werbung


Werbung