• vom 09.01.2018, 17:51 Uhr

Weltpolitik

Update: 09.01.2018, 20:41 Uhr

Robert Mueller

Ermittler Mueller klopft an Trumps Tür




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Von Michael Schmölzer

  • Ehemaliger FBI-Chef wird US-Präsident gefährlich. Persönliche Befragung zu Russland-Affäre im Raum.

Sonderermittler Robert Mueller. - © reuters

Sonderermittler Robert Mueller. © reuters

Washington/Wien. Seine umstrittene Steuerreform hat US-Präsident Donald Trump noch knapp vor Weihnachten durchgebracht - ein Erfolg, der allein auf weiter Flur steht. Seit Tagen geht es rasant bergab, der Selfmademan muss sich dringender werdenden Fragen nach seiner psychischen Gesundheit gefallen lassen.

Seit das Enthüllungsbuch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" auf dem Markt ist, geht ein wahrer Schlaghagel auf den Republikaner nieder. Der US-Präsident, so Buchautor Michael Wolff, leide an einer Art paranoider Störung und habe unglaubliche Angst davor, vergiftet zu werden. Er terrorisiere seine Umgebung mit infantilen Wutausbrüchen und habe Probleme, sich für kurze Zeit auf eine Sache zu konzentrieren.


Stolperstein US-Hymne
Immer öfter tauchen jetzt Spekulationen auf, dass Trump an einer beginnenden Demenz leidet. Beweise gibt es dafür keine, allerdings wollen Trump-Gegner immer häufiger eindeutige Indizien sichten. Ein jüngstes Online-Video etwa offenbart, dass Trump den Text der US-Hymne nicht beherrscht - oder, was noch schlimmer wäre, vergessen hat. Dass Trump trotzig behauptet, ein "stabiles Genie" zu sein, hat die Debatte nicht wirklich beendet.

Doch jetzt wird es für den Präsidenten richtig ungemütlich. US-Sonderermittler Robert Mueller, der Russland-Verbindungen des Trump-Wahlkampfteams untersucht, könnte sich den Republikaner demnächst persönlich vorknöpfen. Schon in den kommenden Wochen soll Trump Rede und Antwort stehen. Nachdem die unmittelbare Umgebung des Präsidenten bereits in den Strudel der Ermittlungen geraten ist, ist der großsprecherische Republikaner jetzt erstmals selbst betroffen.

Trumps Anwälte haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Verhör zu verhindern, gelungen ist es nicht. Immerhin konnten sie erreichen, dass Mueller offenbar nur eine beschränkte Anzahl an Fragen stellen darf, wie die "Washington Post" berichtet. Auch könnte es den Rechtsbeiständen Trumps gelingen, dass der Präsident die Fragen vorerst schriftlich beantworten darf.

Die Anwälte des Präsidenten waren zu einer Stellungnahme zunächst nicht bereit, auch der Rechtsbeistand des Präsidialamtes, Ty Cobb, wollte nichts sagen. Sicher ist, das Trump nichts anderes übrig bleibt, als mit Mueller zu kooperieren.

Mit dem Ermittler hat Trump in jedem Fall ein Gegenüber, das ihm wirklich gefährlich werden könnte. Mueller zieht den Schraubstock in der Russland-Affäre kontinuierlich weiter an. Vier Anklagen in Trumps direktem Umfeld gibt es schon, darunter Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps früherer Sicherheitsberater Michael Flynn. Der hat mit dem russischen Botschafter gesprochen und damit de facto Regierungspolitik betrieben, während Barack Obama noch im Amt war.

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Robert Mueller, Russland

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Dokument erstellt am 2018-01-09 17:56:06
Letzte Änderung am 2018-01-09 20:41:05


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