• vom 12.02.2018, 19:37 Uhr

Weltpolitik

Update: 12.02.2018, 19:44 Uhr

Syrien

Der Iran testet, wie weit er gehen kann




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Von Arian Faal

  • Analyse: Auf syrischem Boden droht eine neue Eskalation mit globalen Folgen. Israel und Iran schenken einander nichts.

Leidtragende des syrischen Bürgerkriegs sind vor allem Zivilisten (so wie hier in der Stadt Douma nahe Damaskus). - © reuters/Bassam Khabieh

Leidtragende des syrischen Bürgerkriegs sind vor allem Zivilisten (so wie hier in der Stadt Douma nahe Damaskus). © reuters/Bassam Khabieh

Damaskus/Teheran/Wien. Sieben Jahre nach Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges ist von Frieden keine Spur. Im Gegenteil: Die vergangenen Tage haben verdeutlicht, dass gefährliche Muskelspiele der Perser und der Israelis auf syrischem Boden die ohnehin verworrene politische Lage noch komplizierter machen. Denn es gibt nicht nur den syrischen Bürgerkrieg per se.

Auch die Frage "Wer gegen wen" kann nicht mehr mit "Präsident Bashar al-Assad gegen seine Gegner" beantwortet werden. Es sind mehrere Konflikte mit geopolitischen Konsequenzen, die auf syrischem Territorium ausgetragen werden. Israel, die USA, die Türkei, Saudi-Arabien, der Iran, Russland, um einige zu nennen, mischen alle kräftig mit und tragen dazu bei, dass eine Lösung für das krisengeschüttelte Land kurz- und mittelfristig in weite Ferne gerückt ist.


Am meisten gibt jedoch eindeutig die jüngste Eskalation zwischen dem Iran und Israel Anlass zur Sorge: Als die Israelis am vergangenen Samstag mindestens zwölf Ziele in Syrien angegriffen haben, nachdem syrische Verbände einen israelischen Kampfjet des Typs F-16 abgeschossen hatten, war klar, dass hier eine neue Facette im Konflikt zum Vorschein kommt. Der israelische Brigadegeneral Tomer Bar brachte es auf den Punkt und sagte, dass es sich um die "größte kriegerische Eskalation gegen die syrische Fliegerabwehr seit dem Libanonkrieg von 1982" handle. Unter den von Israel beschossenen Zielen waren vier syrische Fliegerabwehrstellungen und vier Stellungen, die als "iranisch" eingeschätzt wurden.

Viele Experten sprachen daraufhin schon von einem bevorstehendem "Krieg zwischen den Persern und den Israelis. Denn für Israel, das sich bisher eher zurückhielt im Konflikt, wurde eine rote Linie überschritten. Militärische Stützpunkte des Iran und seines bewaffneten Armes, der Schiitenmiliz Hisbollah, an seinen Grenzen, sowie die Verbindung des Südlibanon mit Südsyrien durch einen Einflussbereich der dem Iran unterstehenden Hisbollah sind für Israel ein No-Go.

Wie kam es zur Eskalation in Südsyrien? Der abgeschossene israelische Kampfjet wurde ursprünglich losgeschickt, nachdem ein israelischer Apache-Kampfhelikopter eine Drohne iranischer Machart abgeschossen hatte, die vom Luftwaffenstützpunkt bei Homs gestartet und angeblich in den israelischen Luftraum eingedrungen war. Israelische Flugzeuge griffen daraufhin iranische Ziele in Syrien an. Dabei gelang es Soldaten der syrischen Armee, besagte israelische Maschine noch im israelischen Luftraum abzuschießen. Die beiden Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten, wurden geborgen und ins Spital gebracht.

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Dokument erstellt am 2018-02-12 19:41:22
Letzte ─nderung am 2018-02-12 19:44:23



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