• vom 13.02.2018, 21:30 Uhr

Weltpolitik


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Strache will Israel die Hand reichen




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  • FPÖ-Obmann empfing umstrittenen Knesset-Abgeordneten Glick.

Wien. Vizekanzler Heinz-Christian Strache will sowohl Israel als auch der Israelitischen Kultusgemeinde, die offizielle Kontakte mit der FPÖ verweigern, die Hand reichen. Nach einem Gespräch mit dem umstrittenen israelischen Parlamentarier Yehuda Glick in Wien äußerte Strache den Wunsch nach Dialog.

Der orthodoxe jüdische Rabbiner gilt als glühender Verteidiger des FPÖ-Chefs. Er sei überzeugt, dass dieser österreichische Politiker ein "guter gläubiger Christ" sei und viel Verständnis für Israel habe, hatte Glick nach der Regierungsbildung im Dezember im israelischen Rundfunk gesagt.


Die Politik der Regierung Israels war bisher, dass sie keine offiziellen Kontakte zur FPÖ pflegt. Vergangenen Dezember hieß es aus der israelischen Botschaft in Wien, der "Umgang mit der neuen Regierung soll vom israelischen Außenministerium neu bewertet werden", bis dahin soll es nur "Kontakte zu den Beamten" in den FPÖ-Ministerien geben.

Dass der Empfang für den Likud-Abgeordneten die Beziehungen zu Israel weiter belasten könnten, glaubt Strache nicht - "im Gegenteil". Dass direkte Kontakte derzeit nur auf Beamten-, aber nicht auf Regierungsebene stattfinden, ist für Strache zwar "schade", aber das sei "zu respektieren". Wichtig sei es, "die Hand zu reichen und den Dialog zu suchen." Es sei ihm "ein Herzensanliegen" diese "Missverhältnisse" auszuräumen und er sei auch überzeugt, dass dies gelingen werde, sagte der FPÖ-Obmann im Gespräch mit der APA. Mit Glick stehe er schon seit geraumer Zeit in "gutem, freundschaftlichem Kontakt", der Knesset-Abgeordnete setze sich für eine vertiefte Zusammenarbeit ein.

Um Dialog mit der IKG bemüht
Auch die Israelitische Kultusgemeinde wurde von Strache ersucht, in einen Dialog einzutreten. Dass die IKG-Führung nicht an gemeinsamen Veranstaltungen mit der FPÖ teilnehmen wolle, sei "schmerzlich", aber "zu respektieren". Der FPÖ-Obmann bekräftigte, dass Antisemitismus und Rassismus "keinen Platz" in der FPÖ haben. Einzelfälle habe es in der FPÖ wie auch in anderen Parteien gegeben. Wenn eine rote Linie überschritten wurde, habe er stets die Konsequenzen gezogen.




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Dokument erstellt am 2018-02-13 19:08:20



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