• vom 14.02.2018, 17:24 Uhr

Weltpolitik

Update: 14.02.2018, 17:59 Uhr

Türkei

Freund oder Feind?




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ-Korrespondent Frank Nordhausen

  • "Wir werden auch gegen die USA kämpfen" droht die Türkei.

Spaziergang in Ost-Afrin: ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee, die von der Türkei unterstützt wird.

Spaziergang in Ost-Afrin: ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee, die von der Türkei unterstützt wird.© reuters/Ashawi Spaziergang in Ost-Afrin: ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee, die von der Türkei unterstützt wird.© reuters/Ashawi

Ankara. Die Türkei und die Vereinigten Staaten sind weiter auf Konfrontationskurs. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat seinen Ton gegenüber Washington im Vorfeld des für Donnerstag und Freitag geplanten Türkei-Besuchs von US-Außenminister Rex Tillerson noch einmal verschärft und die USA erneut ultimativ aufgefordert, ihre Spezialeinsatzkräfte aus der nordsyrischen Region Manbidsch abzuziehen. "Sie haben noch nie eine osmanische Ohrfeige bekommen" - diese Warnung Erdogans an die USA prangte am Mittwoch auf vielen Titelseiten türkischer Zeitungen. Gleichzeitig wächst in den Vereinigten Staaten der Unmut über den Nato-Partner.

Erdogan droht seit Tagen mit einem Angriff auf die westlich des Euphrats gelegene Region Manbidsch, die militärisch von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) unter Führung der kurdischen Selbstverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert werden.


Da die türkische Regierung die YPG-Miliz als integralen Teil der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ansieht, wird sie ebenfalls als Terrororganisation eingestuft. Der Feldzug in Afrin richtet sich präventiv gegen die YPG, um zu verhindern, dass die kurdische Gruppe die dortige Grenze zur Türkei weiterhin kontrolliert. Kürzlich hatte Erdogan angekündigt, die YPG nicht nur aus Afrin, sondern aus ganz Syrien zu vertreiben. Obwohl es in Afrin militärisch kaum vorangeht, soll nun eine weitere Offensive gegen Manbidsch folgen.

Türkei trifft auf US-Truppen



Anders als in Afrin sind in Manbidsch aber bis zu 1000 US-Spezialkräfte stationiert, da Washington mit SDF und YPG verbündet ist, die sich als effektivste Bodentruppe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erwiesen haben. Am Montag gab das Pentagon bekannt, dass im Budget des laufenden Jahr weitere 550 Millionen US-Dollar für die militärische Unterstützung der Kurden vorgesehen seien. Vergangene Woche hatten die zwei höchstrangigen Generäle der US-geführten internationalen Anti-IS-Koalition demonstrativ Manbidsch besucht und die Türkei vor einer Attacke gewarnt. "Wenn ihr uns angreift, werden wir hart reagieren", sagte General Paul Funk laut "New York Times". "Wir werden uns verteidigen." Kurz darauf rollten zur Bekräftigung wieder Laster mit Waffen in das "Rojava" genannte syrisch-kurdische YPG-Gebiet.

In der Türkei wurden die Worte und Maßnahmen der Nato-Verbündeten als Provokation aufgefasst, da Ankara die USA mehrfach aufgefordert hat, die Zusammenarbeit mit den Kurden zu beenden. Bei seiner "Ohrfeigen"-Rede in Ankara sagte Erdogan, die türkische Armee werde jeden Terroristen, den sie sehe, "vernichten und ausmerzen - angefangen mit denen, die direkt neben ihnen stehen".

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Türkei, USA, Syrien, Kurden, YPG, Afrin, Manbidsch

2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-14 17:35:27
Letzte Änderung am 2018-02-14 17:59:16


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Die Welt will, dass wir uns vertragen"
  2. Reaktionen: "Besser als Super"
  3. "Der Kalte Krieg ist vorbei"
  4. "Kolumbien ist nicht mehr dasselbe Land"
  5. Ein Strich durch Trumps Rechnung
  6. Sobotka in Jerusalem: Pro-israelische Position "unverrückbar"
  7. Keine konkreten Gipfelergebnisse

Werbung




Werbung