• vom 18.02.2018, 19:33 Uhr

Weltpolitik

Update: 19.02.2018, 13:29 Uhr

Syrien

Türkei droht mit Angriffen auf die syrische Armee




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Erste Milizen sollen am Montag in Afrin eintreffen. Syrische Kurden-Partei hat noch keine Einigung mit Assad.

Kämpfer der Freien Syrischen Armee, die von der Türkei unterstützt wird, in der Region Afrin in Nordsyrien. - © APAweb / AP Photo

Kämpfer der Freien Syrischen Armee, die von der Türkei unterstützt wird, in der Region Afrin in Nordsyrien. © APAweb / AP Photo

Amman. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte mit Angriffen auf die syrische Armee, sollte sie der Kurdenmiliz YPG in der syrischen Provinz Afrin zu Hilfe kommen. Die Türkei ist im Jänner in das Nachbarland einmarschiert, um die aus ihrer Sicht terroristische YPG zu bekämpfen und eine Sicherheitszone an der Grenze zu schaffen.

Die auch von den USA unterstützte YPG hat sich an die Regierung von Präsident Bashar al-Assad mit der Bitte um Militärhilfe gewandt. Erste regierungsnahe Milizen sollen einem Medienbericht zufolge am Montag in der umkämpften Provinz Afrin eintreffen. "Wenn sie kommen, um die YPG zu verteidigen, dann kann niemand und nichts uns oder die türkischen Soldaten stoppen", drohte Cavusoglu bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Syrische Kurden-Partei hat noch keine Einigung mit Assad

Die kurdischen Kämpfer in Afrin haben die Regierung in Damaskus aufgefordert, den Luftraum und die Grenze gegen türkische Angriffe zu verteidigen. "Darüber gibt es zur Zeit Verhandlungen mit der Regierung unter Vermittlung von Russland, aber es wurde noch keine Einigung erzielt", sagte der ehemalige Vorsitzende der syrischen Kurdenpartei PYD, Salih Muslim, am Montag.

Es sei nicht einfach, eine Vereinbarung mit der Regierung von Präsident Bashar al-Assad zu treffen, "denn für uns macht es keinen Unterschied, ob wir von der Türkei unterdrückt werden oder von diesem Regime der Baath-Partei", sagte Muslim in Berlin.

Die syrische Regierung habe immer noch die Vorstellung, dass sie in dem Gebiet die vollständige Kontrolle übernehmen könnte, so wie vor 2011. Die Kurden würden dies jedoch nicht akzeptieren. Sie wollten Demokratie und Föderalismus. Muslim sagte, seine Partei wünsche sich von den USA und den Europäern Unterstützung in diesem Konflikt. Der Westen sei jedoch bisher weitgehend still geblieben, womöglich mit Rücksicht auf anstehende Rüstungsgeschäfte mit dem NATO-Land Türkei.

Die PYD (Partei der Demokratischen Union) ist die dominierende Partei in den kurdisch kontrollierten Gebieten in Nordsyrien und eng mit den syrisch-kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) verbunden. Die YPG sind Teil der Syrischen Demokratischen Kräfte, mit denen die USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zusammenarbeitenarbeiten. Muslim steht seit einigen Tagen auf einer Liste der "meistgesuchten Terroristen" der Türkei.





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Dokument erstellt am 2018-02-18 19:35:23
Letzte Änderung am 2018-02-19 13:29:29


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