• vom 13.03.2018, 13:17 Uhr

Weltpolitik

Update: 13.03.2018, 13:20 Uhr

Gaza

Anschlag auf palästinensischen Ministerpräsidenten




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Von WZ Online, APA, dpa, Reuters

  • Explosion ereignete sich bei Einfahrt Hamdallahs in Gazastreifen

Die Explosion vom Dienstag ereignete sich in der Nähe des Ortes, an dem 2003 bei einem Bombenanschlag auf einen US-Konvoi drei US-Sicherheitsleute starben und ein amerikanischer Diplomat verletzt wurde. - © APAweb/REUTERS, Mohammed Salem

Die Explosion vom Dienstag ereignete sich in der Nähe des Ortes, an dem 2003 bei einem Bombenanschlag auf einen US-Konvoi drei US-Sicherheitsleute starben und ein amerikanischer Diplomat verletzt wurde. © APAweb/REUTERS, Mohammed Salem

Jerusalem/Gaza. Ein Sprengsatz ist am Dienstag neben einem Konvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah detoniert. Die Explosion habe sich im nördlichen Gazastreifen ereignet, teilte das von der radikal-islamischen Hamas geführte Innenministerium in Gaza mit. Es gebe keine Berichte von Verletzten.

Laut palästinensischer Nachrichtenagentur "Maan" sollen dagegen sieben Menschen verletzt worden sein.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas sehe die Hamas als verantwortlich für den Vorfall, hieß es in palästinensischen Medien. Hamas sei dafür verantwortlich, dass die Hamdallahs Wagenkolonne bei der Einfahrt in den Gazastreifen "feige" ins Visier genommen worden sei. In der von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa verbreiteten Erklärung wird die Hamas indes nicht direkt beschuldigt, selbst hinter dem mutmaßlichen Anschlag zu stecken. Abbas' Sprecher sagte: "Der Angriff auf den Konvoi ist ein Angriff auf die Einheit des palästinensischen Volkes." Nach Medienberichten befand sich auch der Geheimdienstchef Majid Faraj bei Hamdallah.

Verantwortliche werden gesucht

Die Hamas verurteilte den Angriff. Dies sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren, schrieb die Organisation auf Twitter. Die Hamas kritisierte Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu sehen. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden.

Nach Aussage des Innenministeriums fuhr der Konvoi trotz der Explosion weiter. Hamdallah sprach anschließend bei der Einweihung einer Kläranlage.

"Das wird uns nicht davon abhalten, mit der nationalen Einheit weiterzumachen", sagte Hamdallah. "Wir werden nach Gaza zurückkommen, und wir werden unsere Anstrengungen für die Einheit fortsetzen. Was passiert ist, wird uns nicht aufhalten." Drei Autos seien bei der Explosion beschädigt worden.

Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten nach mehr als zehn Jahren Bruderzwist am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Prozess läuft bisher aber sehr schleppend.

Die Hamas hatte 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Israel hat eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird. Die Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab und wird im Westen als terroristische Gruppierung eingestuft.

Die Explosion vom Dienstag ereignete sich in der Nähe des Ortes, an dem 2003 bei einem Bombenanschlag auf einen US-Konvoi drei US-Sicherheitsleute starben und ein amerikanischer Diplomat verletzt wurde.





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Dokument erstellt am 2018-03-13 13:19:17
Letzte Änderung am 2018-03-13 13:20:00


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