• vom 13.03.2018, 18:03 Uhr

Weltpolitik

Update: 14.03.2018, 08:54 Uhr

USA

Trumps Bruder im Geiste




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Von Michael Schmölzer

  • US-Präsident feuert Rex Tillerson. Neuer Außenminister wird der ultrakonservative CIA-Chef Mike Pompeo.

Trump treu ergeben und deshalb neuer US-Außenminister: CIA-Chef Pompeo. Seinen Job soll Gina Haspel (Foto unten) übernehmen.

Trump treu ergeben und deshalb neuer US-Außenminister: CIA-Chef Pompeo. Seinen Job soll Gina Haspel (Foto unten) übernehmen.© Society/Youtube Trump treu ergeben und deshalb neuer US-Außenminister: CIA-Chef Pompeo. Seinen Job soll Gina Haspel (Foto unten) übernehmen.© Society/Youtube

Washington/Wien. Nun hat es auch Außenminister Rex Tillerson ereilt: Am Dienstag teilte US-Präsident Donald Trump mit, dass der frühere Ölmanager durch CIA-Direktor Mike Pompeo ersetzt wird. Die Bekanntgabe erfolgte, wie immer, per Twitter. Neue CIA-Direktorin soll Pompeos bisherige Stellvertreterin, Gina Cheri Haspel, werden. Damit steht zum ersten Mal in der Geschichte eine Frau an der Spitze der CIA. Haspel muss, wie Pompeo auch, vom Senat bestätigt werden.

Der "Rexit" ist da
Trump war optimistisch, dass Pompeo "einen fantastischen Job" machen werde. Als Begründung für die Entlassung Tillersons sagte er, dass man in der Frage des Atomabkommens mit dem Iran unterschiedlicher Meinung sei. Mit Pompeo hingegen befinde er sich auf derselben Wellenlänge. "Ich denke, Rex wird nun glücklicher sein", so Trump vor dem Weißen Haus gegenüber Journalisten.


Staatssekretär Steve Goldstein erklärte, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. "Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben", schrieb Goldstein auf Twitter. Wenige Stunden später musste auch er gehen. Er sei gefeuert worden, so das Weißen Haus.



Die Ablöse Tillersons hat sich aber abgezeichnet, und das schon seit Monaten: Tillerson quälte sich mehr schlecht als recht durchs Amt, immer wieder kam es zu offenen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem launischen US-Präsidenten und seinem bedächtigen Außenminister, immer wieder war über die Absetzung des 65-Jährigen spekuliert worden.

Im Oktober 2017 soll Tillerson Trump vor Zeugen einen "Idioten" genannt haben. Damals ging es um die Idee des US-Präsidenten, das üppige Atomwaffenarsenal der USA um das Zehnfache aufzustocken. Tillerson dementierte in der Folge nicht, Trump im Beisein hochrangiger Regierungsmitarbeiter beschimpft zu haben. Der mächtigste Mann der Welt war sichtlich beleidigt und forderte Tillerson auf, sich einem Intelligenztest-Duell zu stellen.

Gegenspieler Trumps
Der US-Außenminister wurde schrittweise zu einem Gegenspieler Trumps, schon im Herbst 2017 hat es geheißen, dass Tillersons Tage gezählt seien. US-Vizepräsident Mike Pence soll ihn mit viel Überredungskunst davon abgebracht haben, den Job einfach hinzuschmeißen. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hieß es, Tillerson sei frustriert, die Zusammenarbeit mit Trump gestalte schlechter denn je. So sprach sich Tillerson für einen Verbleib im Klimaschutzabkommen aus - Trump entschied sich für den Ausstieg.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-13 18:08:57
Letzte Änderung am 2018-03-14 08:54:39


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