• vom 13.04.2018, 17:54 Uhr

Weltpolitik


Palästina

"Ihr werdet uns niemals brechen"




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Ziel des Angriffs war der syrische Militärstützpunkt T-4 bei Homs. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte wurden mindestens 14 Menschen getötet. Wie groß er Schaden an militärischer Infrastruktur ist, ist unbekannt. Israel äußerte sich zu dem Angriff nicht.

Israel will verhindern, dass sich der Iran und die von ihm unterstützte Hisbollah dauerhaft in Syrien festsetzen, aber trotzdem nicht in den blutigen und mittlerweile Jahre andauernden Krieg verwickelt werden. Israel setzt daher auf kurze, punktuelle Schläge gegen Einrichtungen der syrischen Armee. Ziel waren häufig Konvois und Stützpunkte diverser Milizen, die vom Iran unterstützt werden und an der Seite Assads Aufständische bekämpfen. Auch die am Montag bombardierte T-4-Basis hat der Iran nach israelischen Angaben genutzt, um die Hisbollah mit Waffen zu versorgen. Nach Angaben von Experten ist auf dem Flugplatz auch ein großes russisches Militärkontingent stationiert. Demnach starten von dort regelmäßig Kampfjets zu Angriffen auf Rebellengebiete.

Ob bei dem Angriff russische Soldaten getötet wurden oder russisches Kriegsgerät zerstört wurde, ist nicht bekannt. Moskau hat derartige Vorfälle bis dato immer vertuscht.

Kein Rückzieher mehr
ohne Gesichtsverlust

Dass es Israel ernst meint, machte Netanyahu im Februar bei der Münchner Sicherheitskonferenz klar. Man werde nicht dabei zusehen, wenn der Erzfeind "eine dauerhafte militärische Präsenz in Syrien" etabliere, so der Premier. "Wir werden es nicht zulassen, dass der Iran eine neue Terrorbasis aufbaut, die uns bedroht."

Um seine Worte zu unterstreichen, schwenkte Netanyahu die Reste einer angeblichen iranischen Drohne, die von Israel über israelischem Territorium abgeschossen worden wäre. "Stellen Sie Israels Entschlossenheit nicht auf die Probe", warnte der israelische Premier den ebenfalls an der Konferenz teilnehmenden iranischen Außenministers Mohammad Javad Zarif.

Israels ganz große Angst ist, dass der Iran trotz des internationalen Atomabkommens weiter entschlossen ist, eine Atombombe zu bauen und Israel damit zu vernichten. "Sobald dem Iran Atomwaffen zur Verfügung stehen, kann seine Aggression nicht mehr kontrolliert werden", formulierte es Netanyahu in München. Deshalb sei auch ein Militärschlag gegen den Iran nicht auszuschließen. Israel werde in jedem Fall nicht zulassen, dass der Iran ein nukleares Waffenarsenal entwickle.

Unterdessen ging am Freitag der Nervenkrieg um einen möglichen Luftschlag des Westens gegen Assad unvermindert weiter. Eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ging zu Ende, ohne das eine Entscheidung getroffen wurde. Die Frage war, ob und wann es zu einem US-Angriff auf Einrichtungen des syrischen Militärs kommen wird.

Allgemein wurde davon ausgegangen, dass US-Präsident Donald Trump nach seiner Ankündigung, dass es zu einem Angriff kommen werde, nicht mehr zurückkann. "Jetzt nichts zu machen käme einem Gesichtsverlust gleich", so der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum. Auch in London und Paris ist man davon überzeugt, dass der Einsatz von Giftgas nicht unbeantwortet bleiben darf. Völlig unklar war bis zuletzt, in welcher Form die Antwort des Westens erfolgt.

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Dokument erstellt am 2018-04-13 18:00:16


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