• vom 13.04.2018, 23:47 Uhr

Weltpolitik

Update: 13.04.2018, 23:54 Uhr

Duma

USA machen Syrien für Giftgas-Angriff verantwortlich




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Art der Chemikalien wird noch geprüft.
  • Moskau meint, dass London hinter inszeniertem Giftgasangriff in Syrien steckt.

Trump hatte als Vergeltungsmaßnahme für den mutmaßlichen Giftgas-Angriffeinen Militärschlag gegen die mit Russland verbündeten syrischen Truppen angekündigt. - © APAweb/REUTERS, Alkis Konstantinidis

Trump hatte als Vergeltungsmaßnahme für den mutmaßlichen Giftgas-Angriffeinen Militärschlag gegen die mit Russland verbündeten syrischen Truppen angekündigt. © APAweb/REUTERS, Alkis Konstantinidis

Damaskus. Die USA sind offiziellen Angaben zufolge "in höchstem Maße überzeugt", dass das syrische Militär hinter der Giftgas-Attacke in der einstigen Rebellen-Bastion Duma am vergangenen Wochenende steckt. Die russische Behauptung, der Angriff sei lediglich inszeniert worden, sei falsch, erklärte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, am Freitag.

"Unsere Geheimdienste sagen uns etwas anderes", sagte Sanders mit Blick auf die russische Darstellung. "Mehr kann ich dazu nicht sagen."

"Sehr hohes Maß an Überzeugung"

Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des US-Außenministeriums. Es bestehe ein "sehr hohes Maß an Überzeugung", dass Syrien für den Angriff verantwortlich sei, sagte Heather Nauert. "Wir können sagen, dass die syrische Regierung hinter dem Angriff steckt." Auf die Frage, ob es Beweise dafür gebe, sagte sie "ja". Es werde aber noch geprüft, welche Chemikalien verwendet worden seien.

Trump hatte als Vergeltungsmaßnahme für den mutmaßlichen Giftgas-Angriff einen Militärschlag gegen die mit Russland verbündeten syrischen Truppen angekündigt. Danach ruderte die US-Führung allerdings wieder zurück und erklärte, es sei noch keine endgültige Entscheidung über eine Reaktion gefallen.

Inspektoren der Organisation zum Verbot chemischer Waffen (OPCW) sollen am Samstag Proben in Duma nehmen, um Belege für den vermuteten Einsatz geächteter Chemikalien am 7. April sicherzustellen.

London steckt hinter inszeniertem Giftgasangriff in Syrien

Die russische Armee beschuldigt Großbritannien der "direkten Beteiligung" am mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. Sie habe "Beweise", die eine "direkte Beteiligung Großbritanniens an der Organisation dieser Provokation in Ost-Ghouta belegen", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, am Freitag in Moskau.

London habe bei der Inszenierung des mutmaßlichen Giftgasangriffs "starken Druck" auf die syrische Zivilschutzorganisation der Weißhelme ausgeübt. Die Hilfsorganisation hatte am vergangenen Samstag als erste im Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, mehr als 40 Menschen seien bei einem "Chlorgasangriff" getötet worden.

Konaschenkow führte aus, den Weißhelmen sei gesagt worden, dass die islamistischen Kämpfer der Organisation Jaish al-Islam vom 3. bis 6. April Damaskus mit Artillerie beschießen würden. Darauf würden die Regierungskräfte reagieren, was wiederum die Weißhelme für ihre "Provokation" nutzen sollten.

Moskau verfüge über "Interviews von direkt an der Erstellung von Videos beteiligten Personen", mit denen habe glauben gemacht werden sollen, dass es einen Chemiewaffenangriff gegeben habe. Einwohner der mittlerweile von syrischen Regierungstruppen eingenommenen Stadt Douma hätten "detailliert erzählt, wie die Videoeinstellungen vonstatten gingen und an welchen Episoden sie teilgenommen" hätten.

Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow mitgeteilt, es gebe Beweise, wonach der mutmaßliche Chemiewaffenangriff in Syrien mit Hilfe eines ausländischen Geheimdienstes inszeniert worden sei. "Wir haben unwiderlegbare Beweise dafür, dass dies ein weiterer inszenierter Vorfall war", sagte er. Der Geheimdienst eines "bestimmten Staates, der jetzt an vorderster Front einer antirussischen Kampagne" stehe, sei in die Inszenierung verwickelt.

Die USA und ihre Verbündeten machen Syrien und Russland für den mutmaßlichen Giftgasangriff verantwortlich. Die syrische und die russische Regierung weisen die Vorwürfe zurück.

Ermittler der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sollen in Syrien ab Samstag den mutmaßlichen Angriff in Duma in Ost-Ghouta untersuchen. Sie sollen herausfinden, ob in der damals von Rebellen kontrollierten Stadt Chemiewaffen eingesetzt wurden.

London macht Russland auch für den Giftanschlag vom 4. März im englischen Salisbury verantwortlich. Dabei waren der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter vergiftet worden. Auch diesen Vorwurf wies Moskau entschieden zurück. Julia Skripal konnte die Klinik inzwischen verlassen. London zufolge wurden beide mit einem militärischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet, das zu Zeiten der Sowjetunion entwickelt wurde.





Schlagwörter

Duma, Syrien, Giftgas, USA

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Dokument erstellt am 2018-04-13 23:52:30
Letzte nderung am 2018-04-13 23:54:48



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