• vom 15.05.2018, 14:23 Uhr

Weltpolitik

Update: 15.05.2018, 14:35 Uhr

Krim-Annexion

Putin eröffnete Brücke auf Krim




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Von WZ Online, APA, AFP

  • Das 19 Kilometer lange Bauwerk verbindet die annektierte Halbinsel mit dem russischen Festland.

Die Brücke verbindet die Krim mit der gegenüberliegenden südrussischen Halbinsel Taman. Sie ist die längste Brücke Europas. - © APAweb / afp, Yuri Kochetkov

Die Brücke verbindet die Krim mit der gegenüberliegenden südrussischen Halbinsel Taman. Sie ist die längste Brücke Europas. © APAweb / afp, Yuri Kochetkov

Kertsch/Kiew. Vier Jahre nach der Annexion der Krim hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag eine Brücke zwischen der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel und dem russischen Festland eingeweiht. Der Staatschef fuhr mit einem orangefarbenen Transporter gefolgt von mehreren weiteren Lkw über die 19 Kilometer lange Brücke über der Meerenge von Kertsch, wie Fernsehsender live berichteten.

Die Krim war im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum von Russland ins eigene Staatsgebiet eingegliedert worden, der Westen warf Moskau daraufhin einen Bruch des Völkerrechts vor. Das politische und infrastrukturelle Prestigeprojekt soll drei Milliarden Euro gekostet haben. Die Brücke gilt als symbolischer letzter Stein der Einverleibung der Halbinsel durch Russland.

Von Russland aus war die Krim bisher nicht über einen direkten Landweg zu erreichen gewesen. Putin eröffnete zunächst nur den vierspurigen Autoteil der Brücke, Ende 2019 soll noch eine zweigleisige Eisenbahnstrecke hinzukommen. Putins Sprecher Dmitri Peskow sprach von einem "symbolisch bedeutsamen Tag" und erinnerte daran, dass der Bau auf eine persönliche Initiative des Präsidenten zurückgehe.

Die längste Brücke Europas 

Die Brücke, welche die Krim mit der gegenüberliegenden südrussischen Halbinsel Taman verbindet, ist länger als die Vasco-da-Gama-Brücke in Lissabon und damit nun die längste Brücke Europas.

Gebaut wurde sie von dem Konzern Stroigasmontasch, der dem Milliardär Arkadi Rotenberg gehört - ein enger Vertrauter und Ex-Judo-Partner Putins. Im Februar 2016 hatte die russische Regierung 228,3 Milliarden Rubel (damals 2,9 Milliarden Euro) für das Großprojekt bereitgestellt. Die Eröffnung sollte spätestens Ende 2018 erfolgen.

Schon während des Zweiten Weltkriegs begann die deutsche Organisation Todt, eine paramilitärische Bautruppe, mit dem Bau einer Brücke zwischen den beiden Ufern. Sie wurde allerdings nie fertiggestellte und 1943 beim Rückzug aus der Sowjetunion gesprengt. Die Sowjets bauten sie wieder als Eisenbahnbrücke auf. Treibeis beschädigte sie jedoch so stark, dass sie später wieder abgerissen werden musste.

Sanktionen gegen Moskau

Danach war die Krim von Russland aus nur per Fähre und Flugzeug zu erreichen gewesen. Lebensmittel und andere Waren mussten über die Meerenge von Kertsch auf die Halbinsel gebracht werden, was zu Preissteigerungen und bei schlechtem Wetter auch immer wieder zu Versorgungsengpässen führte. Die Brücke soll auch den Tourismus auf der Krim wieder ankurbeln.

Die Krim war im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum von Russland ins eigene Staatsgebiet eingegliedert worden. Die Regierung in Kiew und der Westen sprechen von einer völkerrechtswidrigen Annexion und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine. Die EU und die USA verhängten wegen der Annexion Sanktionen gegen Moskau.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-15 14:33:11
Letzte Änderung am 2018-05-15 14:35:34


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