• vom 16.05.2018, 07:39 Uhr

Weltpolitik

Update: 16.05.2018, 15:39 Uhr

Gipfeltreffen

Zwei Schritt vor, einer zurück




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Von WZ Online, APA, AFP

  • Nordkorea droht mit Absage des Gipfels.

Nordkoreas Führer Kim Jong-Un (hier auf einem Bildschirm in Tokio) stellt das Gipfeltreffen mit Trump wegen einer Militärübung Südkoreas mit den USA in Frage. - © APAweb/AP, Eugene Hoshiko

Nordkoreas Führer Kim Jong-Un (hier auf einem Bildschirm in Tokio) stellt das Gipfeltreffen mit Trump wegen einer Militärübung Südkoreas mit den USA in Frage. © APAweb/AP, Eugene Hoshiko

Pjöngjang. Nordkorea hat mit der Absage des geplanten Gipfeltreffens von Machthaber Kim Jong-un mit US-Präsident Donald Trump gedroht: Wenn die US-Regierung "uns in die Enge treibt und einseitig fordert, dass wir Atomwaffen aufgeben, haben wir kein Interesse mehr an Gesprächen", sagte der nordkoreanische Vize-Außenminister Kim Kye Gwan am Mittwoch laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

In diesem Fall werde Nordkorea keine andere Wahl haben, "als das Zustandekommen des nordkoreanisch-amerikanischen Gipfels zu überdenken", sagte Kim. Wenn die Regierung von US-Präsident Donald Trump dagegen den Gipfel mit ehrlichen Absichten plane, wolle sein Land angemessen reagieren.

"Wir haben bereits unsere Bereitschaft zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel gezeigt und wiederholt erklärt, dass die USA ihre feindselige Politik gegenüber Nordkorea und atomare Drohungen als Vorbedingung beenden müssen", sagte der Minister Kim. Eine Denuklearisierung nach dem Vorbild Libyen komme nicht in Frage.

Für Verärgerung in Pjöngjang sorgt das Militärmanöver Max Thunder. Die Luftwaffenübungen der USA und Südkoreas werden in der südkoreanischen Stadt Gwangju abgehalten. Der Termin war allerdings schon länger bekannt.

"Guten Willen zu zeigen und Möglichkeiten anzubieten, hat auch eine Grenze", hieß es von KCNA. Die Übung vom 11. bis 25. Mai simuliere einen Angriff auf den Norden und sei eine "bewusste militärische Provokation".zu einer Zeit, in der sich die innerkoreanischen Beziehungen verbesserten.

Pjöngjang sagte auch für Mittwoch geplante ranghohe Gespräche mit Südkorea ab. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums nannte den Schritt "bedauerlich". Dieser widerspreche dem Ziel der Panmunjon-Erklärung, die Nordkoreas Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon im April unterzeichneten.

Wirtschaftshilfe im Tausch nicht erwünscht 

Der Minister wies zugleich ein Angebot von US-Außenminister Mike Pompeo zurück, wonach die USA Nordkorea im Gegenzug für die atomare Abrüstung wirtschaftliche Hilfen in Aussicht stellen könnten. Pompeo war zuletzt zwei Mal nach Pjöngjang gereist.

Washington fordert die vollständige und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas. Bisher hat Pjöngjang allerdings nicht öffentlich erklärt, zu welchen konkreten Zugeständnissen das Land bereit ist. Zwar hatte sich Machthaber Kim bei einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Staatschef Moon Jae In im April zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel bekannt, die Äußerung lässt aber Raum für Interpretation.





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Dokument erstellt am 2018-05-16 07:44:41
Letzte Änderung am 2018-05-16 15:39:33


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