• vom 21.05.2018, 16:02 Uhr

Weltpolitik

Update: 21.05.2018, 18:57 Uhr

Venezuela

Ein umstrittener Wahlsieger




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Venezuelas Präsidentschaftswahl war von Manipulationsvorwürfen begleitet. USA kündigen Sanktionen an.

Ein Unterstützer des umstrittenen Präsidenten trägt eine Maduro-Maske und macht das Victory-Zeichen.  - © APAweb / AP, Ariana Cubillos

Ein Unterstützer des umstrittenen Präsidenten trägt eine Maduro-Maske und macht das Victory-Zeichen.  © APAweb / AP, Ariana Cubillos

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro ist trotz der schwersten Krise in der Geschichte des Landes erwartungsgemäß zum Wahlsieger erklärt worden. Die ohnehin schon umstrittene Abstimmung wurde von massiven Manipulationsvorwürfen begleitet. Wie das Wahlamt am Montag mitteilte, habe der Sozialist Maduro 68 Prozent der Stimmen erhalten.

Wie am Montagabend bekannt wurde, kündigen die USA Sanktionen gegen Venezuela an.

Gegenkandidat Falcon fordert Neuwahlen

Auf den stärksten Gegenkandidaten Henri Falcon von der gemäßigten Opposition entfielen demnach 21 Prozent der Stimmen. Nach einem Boykottaufruf lag die Wahlbeteiligung bei 46 Prozent. Die Opposition erkennt das Wahlergebnis nicht an. Herausforderer Falcon fordert Neuwahlen.

Maduro regiert seit 2013. Jetzt hat er die Macht der Sozialisten bis 2025 gesichert. Experten gehen davon aus, dass sich die Regierung nun weiter radikalisiert. Denn ein Ende der schweren Wirtschafts- und Sozialkrise ist nicht absehbar. Wegen Devisenmangels kann das ölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel und Medikamente einführen. Hunderttausende Venezolaner haben sich bereits in die Nachbarländer abgesetzt. Beobachter sprechen von der größten Migrationsbewegung in der Geschichte Lateinamerikas.

Internationale Isolation nimmt zu

Zudem dürfte Venezuela international immer stärker isoliert werden. 14 Länder aus der Region riefen am Montag ihre Botschafter zu Konsultationen nach Hause. Auch der deutsche Außenminister Maas kritisierte die Abstimmung. "Das waren nicht die freien, fairen und transparenten Wahlen, die das venezolanische Volk verdient hat", sagte er am Montag am Rande des G-20-Außenministertreffens in Buenos Aires.

Maduro hatte die eigentlich für Ende des Jahres geplante Wahl vorgezogen, um von der gegenwärtigen Schwäche der Opposition zu profitieren. "Wir haben einen historischen Rekord erzielt. Niemals zuvor hat ein Präsidentschaftskandidat 68 Prozent der Stimmen erhalten", sagte Maduro. "Ich bin der Präsident derer, die für mich gestimmt haben, derer, die die Kandidaten der Opposition gewählt haben und derer, die nicht zur Wahl gegangen sind. Ich rufe zu einem großen nationalen Dialog auf."

Opposition spricht von Wahlfälschung

Die Opposition sprach von Wahlfälschung und erkannte das Ergebnis nicht an. "Das war kein richtiger Prozess. Wir akzeptieren ihn nicht und fordern Neuwahlen", sagte Henri Falcon. Er war der einzige Kandidat der Regierungsgegner mit Gewicht, der trotz des Boykottaufrufs der Opposition angetreten war. Es habe eine Reihe von Manipulationen gegeben, beispielsweise hätten Regierungsanhänger in der Nähe von Wahllokalen kontrolliert, ob Sozialhilfeempfänger auch wirklich zur Wahl gingen.

Auch im Ausland stieß die Wahl in dem südamerikanischen Land größtenteils auf Ablehnung. "Das war eine neuerliche Simulation einer demokratischen Wahl in Venezuela", sagte Argentiniens Präsident Mauricio Macri. Sein chilenischer Kollege Sebastian Pinera schrieb auf Twitter: "Die Wahl in Venezuela erfüllt noch nicht einmal die Minimalanforderungen einer echten Demokratie."

Unterstützung erhielt Maduro hingegen von Boliviens linkem Staatschef Evo Morales. "Das souveräne venezolanische Volk hat erneut über den Interventionismus des nordamerikanischen Imperiums triumphiert", schrieb er auf Twitter. "Die freien Völker werden sich niemals unterwerfen."

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Wirtschaftskraft um 15 Prozent und einer Inflationsrate von mehr als 13.000 Prozent.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-21 16:04:21
Letzte Änderung am 2018-05-21 18:57:54


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