• vom 06.06.2018, 09:43 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.06.2018, 09:53 Uhr

Atomstreit

Iran erhöht Druck auf Europa




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Frankreich warnt Iran vor dem "Spiel mit der roten Linie".

Das Archivfoto aus 2007 zeigt den Bushehr-Reaktor bei Teheran. Iran hat angekündigt, seinen Urananreicherung wieder in die Höhe zu fahren. - © APAweb/AFP, Behrouz Mehri

Das Archivfoto aus 2007 zeigt den Bushehr-Reaktor bei Teheran. Iran hat angekündigt, seinen Urananreicherung wieder in die Höhe zu fahren. © APAweb/AFP, Behrouz Mehri

Teheran/Paris. Der Iran hat mit der Ankündigung einer Ausweitung seiner Urananreicherung den Druck auf die Europäer erhöht, die das Atomabkommen nach dem Ausstieg der USA zu retten versuchen. Wie die Führung in Teheran mitteilte, informierte sie die Internationale Atomenergiebehörde bereits über ihre Absicht. Womöglich könne schon am Mittwochabend in der Urananreicherungsanlage Natanz ein Zentrum zur Produktion von neuen Zentrifugen eröffnet werden, hieß es.

Frankreich warnt Iran vor "Spiel mit der roten Linie"

Frankreich hat die angekündigte Ausweitung der iranischen Urananreicherung scharf kritisiert und die Führung in Teheran vor Konsequenzen gewarnt. Sollte das Land seine Ankündigung wahr machen, bewege es sich nahe an der "roten Linie", sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Mittwoch im Sender Europe 1.

"Es ist immer gefährlich, mit der roten Linie zu flirten", sagte Le Drian. Zugleich bekräftigte er, die Europäer wollten weiter am Atomabkommen mit dem Iran festhalten.

Le Drian reagierte auf die Ankündigung des Chefs der iranischen Atombehörde und Vizepräsidenten, Ali Akbar Salehi, man habe mit den Vorbereitungen zum Bau leistungsstärkerer Zentrifugen zur Urananreicherung begonnen. Hochangereichertes Uran ist der Grundstoff für die Produktion von Atomwaffen.

Brisanz durch Khamenei-Ankündigung 

Die Ankündigung einer Beschleunigung des Uran-Programms gewinnt zusätzliche Brisanz, weil das geistliche und politische Oberhaupt des Iran, Ali Khamenei, erst vor wenigen Tagen erneut die Zerstörung Israels als Ziel ausgegeben hatte.

Der Iran hat noch nicht entschieden, ob er nach der Aufkündigung des Abkommens durch die USA selbst weiter vertragstreu bleiben will. Dazu hat die Regierung Forderungen erhoben, etwa, die Ölausfuhren im vollen Umfang fortsetzen zu können.





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Dokument erstellt am 2018-06-06 09:45:06
Letzte Änderung am 2018-06-06 09:53:35



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