• vom 13.07.2018, 06:00 Uhr

Weltpolitik

Update: 13.07.2018, 07:39 Uhr

Arbeitsbesuch

Ein besonders spezielles Verhältnis




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Von Konstanze Walther

  • May braucht Washington nach dem Brexit mehr denn je, aber die Chemie zwischen ihr und Trump stimmt nicht.

Ballon-Trump beim Aufblasen.

Ballon-Trump beim Aufblasen.© fp/Infantes Ballon-Trump beim Aufblasen.© fp/Infantes

London/Washington. Die USA und das Vereinigte Königreich verbindet eine "special relationship". Das erklärte Winston Churchill nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Kontinent Europa lag in Trümmern, die Welt war in Westen und Osten geteilt, die Zukunft ungewiss. Die USA und das Vereinigte Königreich verband mehr als nur ihre Geschichte und die Sprache: Zwei Siegernationen, die aufgrund ihrer Geografie immer wieder mit dem Absentieren, dem Sich-Isolieren von den Problemen der Welt flirten.

Dieses "besondere Verhältnis" beschwört die britische Premierminsterin Theresa May auch heute noch gebetsmühlenartig. Kein Wunder, denn der britische Isolierungsgedanke in Sachen Brexit hat das Inselreich in eine diplomatische Ecke im europäischen Kontext gestellt. Wer bleibt denn da sonst als Verbündeter, wenn nicht die USA?


Blöd nur, dass sich die politischen Vertreter der Länder derzeit eigentlich nicht riechen können. US-Präsident Donald Trump imponiert bekanntlich Stärke. Trump nannte Russlands Präsident Wladimir Putin einst bewundernd einen "starken Führer", Nordkoreas Kim Jong-un bekam von Trump das Prädikat "sehr intelligent". Und hinsichtlich der US-Beziehungen zu deren beiden Ländern - Russland und Nordkorea - gibt es aus Sicht von Trump noch etwas zu holen - historische Abkommen, die ihren Weg in die Geschichtsbücher finden.

Großbritannien ist für Trump wenig glamourös. Laut seinem Beraterstab nimmt der US-Präsident etwa nur äußerst ungern Telefonate von May an, da er ihren "Schuldirektoren-Tonfall" nicht gut finde, sowie ihr Drängen auf konkrete Ansagen statt vagen Gefühlsausdrücken. Trumps Missfallen gegenüber May äußerte sich etwa auch darin, dass er keine Zeit für ein bilaterales Treffen am Rande des G7-Gipfels in Kanada im Juni hatte. Ein hochrangiger US-Diplomat erklärte damals, Trump sei über Mays viele Forderungen verärgert, sie würde seines Erachtens das besondere Verhältnis zwischen London und Washington ausnutzen wollen.

May beschwört Beziehung
Aber es ist nun einmal ein besonderes Verhältnis, beteuert May am Donnerstag, als Trump zu einem viertägigen Besuch im Vereinigten Königreich landete. Seinem ersten Besuch seit Amtsantritt vor immerhin eineinhalb Jahren. Auch Tee mit der Queen steht am Programm. Und Golfen auf seinem Golfplatz in Schottland.

"Unsere Beziehungen beim Handel und Investitionen sind beispiellos- wir sind die größten Investoren in den Volkswirtschaften des jeweils anderen", trommelt May weiter. Und es soll laut der Premierministerin wieder einmal um Konkretes gehen. "Diese Woche haben wir die Gelegenheit, diese einzigartige Handelsbeziehung zu vertiefen. "

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Dokument erstellt am 2018-07-12 17:25:57
Letzte Änderung am 2018-07-13 07:39:31


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