• vom 25.07.2018, 18:56 Uhr

Weltpolitik

Update: 25.07.2018, 22:35 Uhr

EU-USA-Gipfel

Entspannung statt Vergeltung?




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Die EU-Kommission bereitet eine "lange Liste" an Gegenabgaben vor, falls US-Präsident Trump Auto-Sonderzölle einführt.

Eine Eskalation im Handelsstreit wollten Juncker und Trump vermeiden. - © reu/Orlowski

Eine Eskalation im Handelsstreit wollten Juncker und Trump vermeiden. © reu/Orlowski



Washington. (reu/dpa/apa) Drohgebärden bis zuletzt, aber auch Hoffnung auf einen Kompromiss: Als US-Präsident Donald Trump den Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, empfing, waren beide bemüht, den transatlantischen Handelszwist fürs erste nicht weiter eskalieren zu lassen. Trump ließ einen gewissen Optimismus erkennen, dass ein Handelsabkommen mit den Europäern möglich sei. Dabei sollten die Vereinbarungen fair sein und für beide Seiten gleichermaßen gelten, befand er: "Wir wollen Chancengleichheit für unsere Bauern, unsere Produzenten, für jeden." Auch die EU solle davon profitieren. Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit betonte ebenso Juncker. "Wir sind enge Partner - keine Feinde", erklärte der Luxemburger.

So schien die Union Zugeständnissen gewogen zu sein. Sie habe sich bereit erklärt, mehr Soja zu importieren und Industriezölle zu senken, berichteten US-Medien.


Vorrangiges Ziel der EU-Delegation war es, Trump von der Einführung von Sonderzöllen auf Autoimporte abzuhalten. Trump begründet seine Drohung "mit nationalen Sicherheitsinteressen". Die EU hält das aber für unglaubwürdig und geht davon aus, dass es darum geht, die US-Wirtschaft vor unerwünschter Konkurrenz zu schützen.

Daher plädierte Juncker für einen Verzicht auf weitere Zollerhöhungen und eine "Beruhigung der Gesamtlage", warnte aber auch im Vorfeld des Treffens in Washington: "Wenn es zu Autozöllen kommt, dann muss die EU Gegenmaßnahmen ergreifen. Dazu sind wir bereit. Das haben wir nicht im Gepäck, aber im Kopf. Wir sind in der Lage, dass wir sofort adäquat antworten können." Nach Angaben von Handelskommissarin Cecilia Malmström plant die EU Gegenzölle auf US-Produkte im Wert von 20 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro).

Die deutsche Regierung hatte Juncker und dessen Team zu einer harten Haltung aufgefordert Ein sich vertiefender Handelsstreit würde die größte Volkswirtschaft der EU deutlich stärker treffen als die bereits im Mai beschlossenen Abgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Die Autoindustrie fürchtet Milliardenlasten bei Autozöllen, die wiederum Folgen für die österreichischen Zulieferer haben könnten. "Die EU muss sich wehren und darf sich nicht erpressen lassen", sagte der deutsche Außenminister Heiko Maas.

Auch aus dem eigenen Land erfuhr Trump Widerstand. So stellte sich der US-Dachverband der Autozulieferer gegen dessen Kurs. "Alle Autoproduzenten, ob in- oder ausländisch, sind gegen die Zölle", sagte Ann Wilson, Vizepräsidentin des Verbands Mema, dem "Handelsblatt". Unter Autozöllen würden viele Betriebe in Amerika leiden.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-25 19:05:14
Letzte Änderung am 2018-07-25 22:35:12


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. 100 Tote bei Überschwemmungen
  2. Herzliche Umarmung zum Auftakt
  3. Vertreibung der Rohingya ist Völkermord
  4. Syrische Regierung begrüßt Einigung zu Rebellenhochburg Idlib
  5. Schicksalswahl für Donald Trump
  6. Höchstrichter-Kandidat durch Übergriffsvorwurf in Bredouille
  7. Schweizer Waffen - auch für Bürgerkriege?

Werbung




Werbung