• vom 01.08.2018, 17:40 Uhr

Weltpolitik

Update: 02.08.2018, 11:49 Uhr

Facebook

Gezielt Fundamente erschüttern




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Von Konstanze Walther

  • Facebook löscht 32 Seiten, die gezielt die Midterm Elections in den USA beeinflussen wollten.



"Fix Fakebook": Hundert Pappfiguren mit Mark Zuckerberg wurden von Aktivisten im April vor dem Kapitol vor einer Kongressanhörung des Facebook-Chefs aufgestellt.

"Fix Fakebook": Hundert Pappfiguren mit Mark Zuckerberg wurden von Aktivisten im April vor dem Kapitol vor einer Kongressanhörung des Facebook-Chefs aufgestellt.© Getty Images/afp/Gibson "Fix Fakebook": Hundert Pappfiguren mit Mark Zuckerberg wurden von Aktivisten im April vor dem Kapitol vor einer Kongressanhörung des Facebook-Chefs aufgestellt.© Getty Images/afp/Gibson

Menlo Park. Der Social-Media-Gigant geht in die Offensive. Nachdem Facebook lange Zeit eine Politik der Intransparenz gefahren ist, ändert der Tech-Konzern nun sein Verhalten. Zu oft hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg schon vor dem US-Kongress Auskünfte über sein Wissen und Nicht-Wissen geben müssen. Vor allem wenn es darum geht, wie die Social-Media-Plattform für politische Zwecke verwendet wird. Und vor allem, wenn diese Zwecke die Innenpolitik der USA betreffen und von einer ausländischen Macht gesteuert werden.

Am Mittwoch teilte Facebook nun mit, dass der Konzern 32 Seiten und Konten - auf Facebook als auch auf Instagram - gelöscht hat. Grund: "Sie beteiligten sich in koordiniertem, nicht authentischem Verhalten." Und weiter: "Diese Art von Verhalten ist auf Facebook nicht erlaubt, denn wir wollen nicht, dass Menschen oder Organisationen miteinander vernetzte Konten gründen, um andere darüber zu täuschen, wer sie sind oder was sie tun."

Konkret geht es um acht Facebook-Seiten, 17 Facebook-Profile und sieben Instagram-Konten. Alle wären dazu verwendet worden, um als Störfaktoren die Innenpolitik in den USA zu beeinflussen. Das hat besonderes Gewicht, stehen im November doch die Midterm Elections an, bei denen alle Sitze des Repräsentantenhauses sowie ein Drittel der Senatssitze neu vergeben werden.

Die Brisanz dabei: Im Jänner 2017 veröffentlichten die US-Geheimdienste - FBI, CIA und NSA gemeinsam - ihre Untersuchungsergebnisse, wonach Russland die US-Präsidentschaftswahlen aktiv gestört habe. Dabei wurde unter anderem im Cyberspace und in den sozialen Medien versucht, das Vertrauen in US-amerikanische Institutionen zu schwächen sowie die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu diskreditieren. Bekanntlich hat Donald Trump die Wahl 2016 gewonnen. Der nunmehrige US-Präsident wie auch der Kreml streiten die russischen Interventionen vehement ab. Erst neulich bei dem US-Russland-Gipfel in Helsinki sprach Trump seinem russischen Kollegen Wladimir Putin sein Vertrauen aus - der Kreml habe wohl nichts mit Störaktionen bei der US-Präsidentschaftswahl zu tun gehabt. Trumps Statement sorgte für viel Bestürzung, unter anderem bei den eigenen Geheimdiensten. Bei jenen Vertretern der staatlichen Gewaltentrennung sorgte Trump erst am Mittwoch für Kummer, als er auf Twitter erklärte, er habe seinen Justizminister Jeff Sessions aufgefordert, die Ermittlungen des Sonderermittlers Robert Mueller zur Russland-Affäre zu beenden.


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-01 17:50:24
Letzte Änderung am 2018-08-02 11:49:46


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