• vom 27.08.2018, 18:01 Uhr

Weltpolitik

Update: 27.08.2018, 22:08 Uhr

John McCain

Mutiger Soldat, braver Parteisoldat




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Von WZ-Korrespondent Klaus Stimeder

  • Die USA trauern um den langjährigen Senator John McCain, der selbst im Tod ein Politikum bleibt - dank Donald Trump.

John McCain erlag einem Gehirntumor.

John McCain erlag einem Gehirntumor.© AFP John McCain erlag einem Gehirntumor.© AFP

Washington D.C. Der Senator blieb sich bis zuletzt treu, als dass er schon zu Lebzeiten nichts dem Zufall überließ, was seinen Tod anging. Annapolis, Phoenix, Washington D.C.: Jene drei Orte, an denen diese Woche die offiziellen Gedenkveranstaltungen für den Samstag früh im Alter von 81 Jahren verstorbenen US-Senator John McCain stattfinden, hatte dieser schon seit Jahren genau dafür ausgewählt. Nicht umsonst, stehen sie doch symbolhaft für die wichtigsten Stationen seines Lebens und seiner bemerkenswerten beruflichen Karriere.

In Annapolis, Maryland, besuchte der auf einer Militärbasis geborene und aus einer Offiziersfamilie stammende McCain die Naval Academy und legte den Grundstein seiner militärischen Karriere.


Phoenix ist die Hauptstadt des Bundesstaats Arizona, den McCain über drei Jahrzehnte lang im Kongress vertrat, zuerst als Abgeordneter im Repräsentantenhaus (1983-1987) und dann als Senator (1987-2018).

In Washington brachte er es wiederum bis zum Spitzenkandidaten der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2008.

Aber es sind nicht nur die Orte symbolisch schwer aufgeladen, sondern auch die Leute, die McCain schon vor Jahren als Hauptredner zu diesen Gedenkveranstaltungen eingeladen hat - und die, denen er und seine Familie noch zu Lebzeiten klarmachten, dass sie dort definitiv unerwünscht seien.

Zu ersterer Kategorie zählen zwei ehemalige Präsidenten der USA, George W. Bush und Barack Obama. Der eine ist Republikaner und hatte McCain in einer mit mehr als harten Bandagen geführten parteiinternen Vorausscheidung zur Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 besiegt. Der andere ist Demokrat und tat dasselbe acht Jahre später beim Rennen ums Weiße Haus - ein Kampf, in dem es im Grunde nur wenig härter zuging.

Bush und Obama Seite an Seite, während dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump von McCain bis zuletzt bedeutet wurde, dass er sich bitte von allen Feierlichkeiten fernhalten solle: ein in der modernen politischen Geschichte der USA einmaliger Vorgang.

Trump verhindert traditionelle Trauerbekundungen
Trump revanchierte sich bei McCain auch nach dessen Tod nicht weniger symbolhaft. Entgegen der Gepflogenheit, beim Ableben eines Senators die Flagge am Weißen Haus bis zum Begräbnis auf halbmast zu hissen und eine offizielle Beileidsbekundung des Weißen Hauses auszusenden, beschränkte sich der 71-jährige Ex-Reality-TV-Star auf eine von seinem persönlichen Twitter-Account geschickte Botschaft, in denen er den hinterbliebenen Familienmitgliedern sein Mitgefühl aussprach.

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Dokument erstellt am 2018-08-27 18:08:49
Letzte Änderung am 2018-08-27 22:08:49



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