• vom 31.08.2018, 20:31 Uhr

Weltpolitik


Syrien

Warnungen vor Katastrophe in Idlib




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  • Syrische Armee bereitet offenbar Offensive vor. Neue Fluchtwelle befürchtet.

Idlib/Wien. Die EU warnt vor einer Eskalation der Lage in der Region Idlib im Nordwesten Syriens. "Wir müssen vermeiden, dass es zu militärischen Aktionen in Idlib kommt, die eine humanitäre Katastrophe auslösen würden", sagte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Freitag in Wien.

Doch die syrische Armee bereitet nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen eine Offensive gegen Idlib vor. Die Angriffe würden sich zunächst auf südliche und westliche Teile des letzten großen von Rebellen kontrollierten Gebietes konzentrieren, sagte ein Vertreter einer Allianz, die aufseiten der Truppen von Syriens Präsident Bashar al-Assad kämpft.


Auch Russland, wichtigster Verbündeter des syrischen Staatsoberhaupts, hat die Drohungen gegen die verbliebenen Gegner verschärft. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte am Freitag, die syrische Regierung habe das Recht, "Terroristen" aus der von den Rebellen kontrollierten Region Idlib zu vertreiben. Zuvor hatte er die letzte verbliebene Rebellenenklave als "eiterndes Geschwür" bezeichnet, das "liquidiert" werden müsse.

Vermutete Al-Kaida-Zelle
Syriens Opposition warf UN-Sondervermittler Staffan de Mistura vor, der geplanten Offensive der Regierung den Boden bereitet zu haben. Oppositionssprecher Yahya al-Aridi sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, De Misturas Äußerungen gäben Syriens Regime und seinen Verbündeten einen Vorwand für eine Operation in der Provinz Idlib: "Das war, als hätte er einen Angriff auf Idlib angekündigt." Der Diplomat hatte erklärt, in Idlib hielten sich rund 10.000 Mitglieder des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida auf.

De Mistura mahnte, dass die Terroristen nicht auf Kosten der 2,9 Millionen Zivilisten in der Region besiegt werden dürften. Er verlangte humanitäre Korridore unter UN-Aufsicht, damit die Menschen vorübergehend in sicherere Gegenden gebracht werden könnten. Größte Gefahr sei der Einsatz chemischer Kampfstoffe, die sowohl die Regierung als auch der Al-Kaida-Ableger besäßen, sagte de Mistura.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass eine Offensive eine neue Fluchtwelle auslösen könnte. Bis zu 2,5 Millionen Menschen könnten sich in Richtung Türkei bewegen.




Schlagwörter

Syrien, Flüchtlinge, Idlib

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Dokument erstellt am 2018-08-31 18:14:51


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