• vom 05.09.2018, 18:20 Uhr

Weltpolitik

Update: 05.09.2018, 18:36 Uhr

Donald Trump

"Er ist außer Kontrolle"




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  • Laut einem neuen Enthüllungsbuch sind die eigenen Mitarbeiter über die Ignoranz von Donald Trump entsetzt.

Kritikunfähig und rüde: Woodward zeichnet kein schmeichelhaftes Bild von Trump.

Kritikunfähig und rüde: Woodward zeichnet kein schmeichelhaftes Bild von Trump.© afp/Kamm Kritikunfähig und rüde: Woodward zeichnet kein schmeichelhaftes Bild von Trump.© afp/Kamm

Washington/Wien. (klh) "Let’s fucking kill him." Mit diesen Worten soll US-Präsident Donald Trump im Jahr 2017 die Tötung von Syriens Diktator Bashar al-Assad angeordnet haben. Zudem soll er am besagten Tag auch noch befohlen haben, dass die USA "da", also in Syrien, "reingehen".

Erteilt wurde der Befehl an US-Verteidigungsminister James Mattis. Nur dieser ignorierte ihn offenbar. Nachdem Mattis den Telefonhörer aufgelegt habe, soll er einem Berater gesagt haben: "Wir werden nichts davon machen. Wir werden viel bedachter vorgehen." Am Ende sei ein Plan für begrenzte Luftangriffe entworfen worden, der Assad nicht gefährdete.


Erzählt wird diese Begebenheit in dem Buch "Fear - Trump in the White House" ("Angst - Trump im Weißen Haus"), geschrieben von Bob Woodward, der in den 1970er Jahren durch die Watergate-Enthüllungen, die den damaligen Präsidenten Richard Nixon zu Fall brachten, Berühmtheit erlangte. Die "Washington Post", von der Woodward Mitherausgeber ist, hat am Dienstag erste Passagen aus dem Buch, das am Dienstag auf den Markt kommt, veröffentlicht. Und diese haben bereits für viel Aufregung gesorgt.

Mitarbeiter unterlaufen Anordnungen

Woodward ist einer der anerkanntesten US-Journalisten.

Woodward ist einer der anerkanntesten US-Journalisten.© ap Woodward ist einer der anerkanntesten US-Journalisten.© ap

Denn das Bild, das in diesem Werk vom mächtigsten Politiker der Welt und seinem Umfeld gezeichnet wird, ist erschreckend: Trump wird als unbelehrbarer, selbstverliebter Ignorant beschrieben, der mit seinen impulsiven Schnellschüssen immer wieder kurz davor steht, die nationale Sicherheit zu untergraben, bewaffnete Konflikte anzuzetteln oder sonst einen Schaden anzurichten. Die eigenen Mitarbeiter sind demnach immer wieder damit beschäftigt, das Schlimmste zu verhindern, indem sie die Befehle ihres Chefs untergraben oder ignorieren. Das Weiße Haus, die Schaltzentrale der Weltmacht USA, befinde sich ständig im Zustand eines "Nervenzusammenbruchs", es herrsche Chaos - und zudem ein äußerst rüder Umgangston.

Im Vorabdruck der "Washington Post" finden sich dazu noch einige Anekdoten: Einer Schilderung zufolge fragte der Präsident im Jänner seinen Nationalen Sicherheitsrat, warum sich die USA eine teure Militärpräsenz auf der koreanischen Halbinsel leisteten. "Wir machen das, um den Dritten Weltkrieg zu vermeiden", erklärte Mattis. Danach soll der Verteidigungsminister gesagt haben, Trump habe den Verstand "eines Fünft- oder Sechstklässlers".

Gray Cohn, der frühere Wirtschaftsberater Trumps, soll sogar ein Dokument von Trumps Schreibtisch verschwinden haben lassen. Mit diesem wollte der Präsident ein Ferihandelsabkommen mit Südkorea aufkündigen. Gegenüber Mitarbeitern begründete Cohn sein Vorgehen damit, dass er das für die Nationale Sicherheit getan habe. Trump bemerkte den Diebstahl ohnehin nicht.

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Dokument erstellt am 2018-09-05 18:30:03
Letzte Änderung am 2018-09-05 18:36:58


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