• vom 05.09.2018, 19:00 Uhr

Weltpolitik


Großbritannien

Labour übernimmt gängige Antisemitismus-Definition




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  • Kurskorrektur nach heftigem innerparteilichem Streit.

London. Die Führungsspitze der oppositionellen Labour-Partei in Großbritannien hat die vollständige Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) für ihren Verhaltenskodex übernommen. Dies teilte ein Parteisprecher am Mittwoch mit. Gleichzeitig wurde jedoch eine Erklärung angenommen, die sicherstellen soll, dass die "Meinungsfreiheit zu Israel und den Rechten der Palästinenser" nicht untergraben werde.

Der Entscheidung über die Antisemitismus-Definition der IHRA war eine heftige parteiinterne Debatte vorausgegangen. Befeuert wurde diese auch dadurch, dass sich Parteichef Jeremy Corbyn wegen früheren Äußerungen immer wieder dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt sah. Vor allem Vertreter der jüdischen Gemeinden in Großbritannien hatten den zum linken Flügel zählenden Chef von Labour in einem Brief offen kritisiert.


Corbyn ist vor allem ein scharfer Kritiker der israelischen Palästinenserpolitik. Corbyn und einige seiner Parteikollegen hatten sich deshalb auch lange gegen die Aufnahme der Antisemitismus-Definition der IHRA in die Parteistatuten von Labour gesperrt. Sie hielten diese für zu weitreichend, es gab die Befürchtung, dass damit auch reine Kritik an der Politik Israels als antisemitisch eingestuft werden könnte.




Schlagwörter

Großbritannien, Labour

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Dokument erstellt am 2018-09-05 18:44:57


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