• vom 06.09.2018, 07:47 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.09.2018, 07:58 Uhr

Syrien

Trump warnt Assad vor "Gemetzel" in Idlib




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Von WZ Online, AOA, dpa

  • Der erwartete Angriff syrischer Truppen könnte zu einer humanitären Katastrophe führen.

Ein Bild der Al-Kaida nahen Ibaa Nachrichtenagentur zeigt zerstörte Gebäude nach einem Luftangriff russischer Flugzeuge im Dorf Mahambal in Idlib. - © APAweb / Ibaa News Agency via AP

Ein Bild der Al-Kaida nahen Ibaa Nachrichtenagentur zeigt zerstörte Gebäude nach einem Luftangriff russischer Flugzeuge im Dorf Mahambal in Idlib. © APAweb / Ibaa News Agency via AP

Washington/Berlin/Moskau. Vor dem erwarteten Angriff syrischer Truppen auf die Rebellenhochburg Idlib hat US-Präsident Donald Trump den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vor einem "Gemetzel" gewarnt. "Die Welt schaut zu, und die Vereinigten Staaten schauen sehr genau zu", sagte Trump am Rande eines Treffens mit dem Emir von Kuwait, Scheich Sabah, im Weißen Haus.

"Wenn es ein Gemetzel ist, wird die Welt sehr, sehr wütend werden und die Vereinigten Staaten werden ebenfalls sehr wütend werden." In der Provinz Idlib hielten sich mindestens drei Millionen "unschuldige Menschen" auf.

Berlin hofft auf Moskau

Die deutsche Regierung hofft unterdessen auf das Veto Moskaus, um einen Angriff zu verhindern. "Wir erwarten von Russland, das syrische Regime von einer Katastrophe abzuhalten", sagte eine Regierungssprecherin in Berlin. Auch Außenminister Heiko Maas sagte, dass Idlib bei seinem Antrittsbesuch in der Türkei ein "ganz wichtiges Thema" sein werde. Ankara versucht, die Offensive zu stoppen, unter anderem wegen möglicher Flüchtlingsströme in Richtung Türkei.

Die syrische Armee hat Truppen zusammengezogen und bereitet einen Angriff auf die Provinz im Nordwesten des Landes vor, in dem sich neben Zehntausenden Bewaffneten, darunter vielen Extremisten, auch etwa drei Millionen Zivilisten befinden. Idlib ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Hayat Tahrir al-Sham (HTS), der früheren Al-Nusra-Front.

Schicksal entscheidet sich am Freitag

Das Schicksal der Rebellenhochburg wird sich laut Moskau nach dem Treffen der Präsidenten Russlands, des Irans und der Türkei am Freitag in Teheran entscheiden. Dann werde Klarheit über die militärische Lage herrschen, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Russland und der Iran sind Verbündete Assads, die Türkei stützt die Rebellen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Situation in Idlib besorgniserregend. Russland berate mit allen seinen internationalen Kontakten über die Lage. Russische Kampfjets hatten am Dienstag eine Reihe von Luftangriffen auf die Region geflogen. Mit heftigen Bombardements aus der Luft wurden in der Vergangenheit Bodenoffensiven auf syrische Rebellenhochburgen vorbereitet.

Rjabkow rechtfertigte einen möglichen Angriff: Anders werde sich Syrien nicht normalisieren. "Unsere westlichen Kollegen verstehen, dass man die Region von Terrorgruppen und Banditen befreien muss", sagte er. Ähnlich äußerte sich auch der Iran.

Ankara bereitet sich auf Flüchtlinge vor

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte unterdessen vor einer Eskalation der Gewalt. Was in Idlib vor sich gehe, sei "unbarmherzig": "Gott bewahre, wenn diese Gebiete mit Raketen beschossen werden, dann gibt es da ein sehr schlimmes Massaker." Ankara bereitet sich bereits seit Tagen auf einen möglichen Flüchtlingsansturm vor.

Bereits am Dienstag hatte das Weiße Haus eine scharfe Warnung an Assad gerichtet. Falls die syrischen Truppen erneut Chemiewaffen einsetzen sollten, würden die USA und ihre Verbündeten darauf schnell und "in angemessener Weise" reagieren, hieß es in einer Mitteilung.

Die Tötung des syrischen Machthabers hat Trump eigenen Aussagen zufolge jedoch nicht erwägt. Entsprechende Darstellungen in einem neuen Buch des Enthüllungs-Reporter Bob Woodward wies er am Mittwoch vor Journalisten zurück.

In "Fear: Trump in the White House" ("Angst: Trump im Weißen Haus") berichtet Woodward laut bereits veröffentlichter Auszüge, Trump habe Verteidigungsminister James Mattis nach einem Chemiewaffenangriff in Syrien im April 2017 angerufen und gesagt: "Lass ihn (Assad, Anm.) uns verdammt noch einmal töten." Trump qualifizierte das Buch von Woodward insgesamt als "Fiktion" ab.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-06 07:49:06
Letzte Änderung am 2018-09-06 07:58:36


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