• vom 10.09.2018, 21:31 Uhr

Weltpolitik


Brasilien

Bolsonaros Söhne im Dienste des Vaters




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  • Brasilianischer Präsidentschaftskandidat erholt sich in Klinik von Messerattacke.

Sao Paulo. Er verbringt viel Zeit außerhalb seines Spitalbettes, aber er wird noch intravenös ernährt: Der Gesundheitszustand von Jair Bolsonaro, dem umstrittenen Favoriten auf das brasilianische Präsidentenamt, hat sich deutlich verbessert, erklärte das brasilianische Albert-Einstein-Spital, wo der Politiker zur Behandlung aufgenommen worden ist.

Ein Mann hatte Jair Bolsonaro am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt in Juiz de Fora im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais mit einem Messer angegriffen und schwer am Bauch verletzt.


Nun überwacht man im Spital vor allem, ob sich die Wunden entzünden.

Nichtsdestotrotz haben seine Söhne bereits erklärt, Bolsonaro könne bis zur Wahl in einem Monat, am 7.Oktober, wohl keine Auftritte auf der Straße mehr absolvieren. "Aber wir, wir können das", fügte Flavio Bolsonaro mit Blick auf sich und seinen Bruder Eduardo hinzu. Die beiden haben wie ihr Vater eine Politikerkarriere eingeschlagen.

Bolsonaro führt derzeit in den Umfragen, nachdem der eigentliche Favorit, Luiz Inacio Lula da Silva inhaftiert ist, und ein Gericht ihm das passive Wahlrecht abgesprochen hat.

Der polarisierende Milliardär Bolsonaro erhält in den meisten Umfragen um die 22 Prozent im ersten Wahldurchgang. Allerdings zeigen die meisten Untersuchungen, dass Bolsonaro in einer zweiten Runde empfindlich gegen die meisten potenziellen Stichwahl-Kandidaten verlieren würde. In Brasilien kommt es bei den Präsidentschaftswahlen zu einer Stichwahl, wenn keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent in der ersten Runde bekommt.

Der Rechtspopulist Bolsonaro wird häufig als "Donald Trump Brasiliens" bezeichnet und fällt immer wieder mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen auf. Die Messerattacke könnte dem Ex-Offizier weitere Unterstützung bringen. Beobachter glauben, dass Bolsonaros Söhne bereits an einer Märtyrer-Strategie feilen.

Der festgenommene Angreifer, der Mitglied der Linkspartei PSOL gewesen sein soll, gab laut Polizei an, "auf Anweisung Gottes" gehandelt zu haben. Er wird nun auf mögliche psychische Probleme hin untersucht.

Die brasilianische Bundespolizei kündigte unterdessen an, die Sicherheitsmaßnahmen für die Präsidentschaftskandidaten zu verstärken. Es würden mehr Beamte für diese Aufgabe abgestellt, hieß es.




Schlagwörter

Brasilien, Jair Bolsonaro

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Dokument erstellt am 2018-09-10 17:54:02


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