• vom 22.10.2012, 18:54 Uhr

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Update: 23.10.2012, 23:36 Uhr

Finanzierung

Fehlendes Risikokapital macht Start-Ups zu schaffen




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Von Stefan Meisterle

  • Guter Zugang zu Frühphasen-Kapital, Anschlussfinanzierung bereitet Sorgen.

Kapitalmangel wird für Gründer spätestens in der Wachstumsphase zum Problem. - © Gina Sanders - Fotolia

Kapitalmangel wird für Gründer spätestens in der Wachstumsphase zum Problem. © Gina Sanders - Fotolia

Wien. Fachwissen, international anerkannte Ausbildungsstätten und eine vielfältige kreative Szene: Der Wirtschaftsstandort Österreich erfüllt eigentlich einige der für erfolgreiche Start-Up-Landschaften erforderlichen Voraussetzungen. Dass es zahlreiche junge Unternehmen mit guten Ideen dennoch nicht im Land hält und die Beispiele erfolgreicher Himmelsstürmer an einer Hand abzuzählen sind, wird meist mit einem anderen Umstand in Verbindung gebracht: dem Mangel an Wagniskapital.


Der Weg von einer Idee über die technische Realisierung bis hin zur Marktreife ist gerade für jene Jungunternehmen, die mit technischen Innovationen reüssieren wollen, im Regelfall ein beschwerlicher. Kreditfinanzierungen durch die Hausbank sind mangels Sicherheiten und Planbarkeit des Geschäftserfolgs im schnelllebigen High-Tech-Business keine Option, das Risiko, in eine Idee statt in ein Geschäftsmodell investieren zu wollen, schreckt Investoren ab. Für Jungunternehmen lässt das gerade für die Finanzierung der Start-Up-Phase meist nur eine Möglichkeit offen: mit Förderungen die erste Zeit zu überbrücken und sich anschließend zu bemühen, Risikokapitalgeber an Bord zu holen.

Zumindest um die Unterstützung in der Frühphase des Unternehmens ist es inzwischen positiv bestellt. "Es gibt eine neue Generation an Investoren, mehr Business Angels und eine gute Förderlandschaft, um die Frühphase der Unternehmen zu finanzieren. Will man etwa die Technologieentwicklung unterstützen, kann man auf Ressourcen von FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, Anm.) und AWS (Austria Wirtschaftsservice, Anm.) zurückgreifen", erläutert Oliver Holle, Geschäftsführer von Speedinvest. "Wien steht zwar gut da, wenn es um Förderungen geht", befand auch Martin Herdina, Chef des Salzburger Start-Ups Wikitude kürzlich im Rahmen einer Wiener "Start-Up-Lounge". Sobald man aber für die nächsten Finanzierungsrunden an Risikokapital angewiesen ist, komme rasch "der Punkt, wo man Österreich verlassen muss".

"Der Schnitt, an dem viele Start-Ups scheitern, ist, wenn das Produkt entwickelt und die Förderungen ausgereizt sind, sie aber für die Vermarktung privates Risikokapital brauchen. Hier setzen Business Angels und Fonds wie Speedinvest an", erläutert Holle weiter. Die Situation habe sich zwar in den letzten Jahren gebessert, sei aber immer noch schlechter als in vielen anderen europäischen Regionen und den USA.

Dass die Finanzierungssituation für Start-Ups problematisch ist, blieb der Politik freilich nicht verborgen: So kündigten Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Finanzministerin Maria Fekter im Juli eine Initiative zur Frühphasenfinanzierung an, die die Schaffung eines Gründerfonds mit 65 Millionen Euro und eines Business-Angel-Funds vorsieht. Letzterer wird mit insgesamt 45 Millionen Euro ausgestattet, 15 Millionen davon steuern EU und öffentliche Hand bei, den Rest werden Business Angels stemmen. Pro Firma rechnet man mit einer durchschnittlichen Investitionshöhe von bis zu 300.000 Euro.

Daneben baut auch der AWS seine "Venture-Capital-Initiative" aus und suchte dabei die Zusammenarbeit mit Technologiefonds. Insgesamt sollen Jungunternehmen allein durch diese Initiative 40 Millionen Euro mehr zur Verfügung stehen. Für Start-Ups bedeuten diese Investitionsinitiativen zwar nicht das Ende aller Finanzierungsprobleme - aber immerhin einen Schritt in die richtige Richtung.




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Dokument erstellt am 2012-10-22 17:59:10
Letzte Änderung am 2012-10-23 23:36:49



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