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Update: 24.10.2012, 12:13 Uhr

Mitten in Wien

Flieg, Drache, flieg




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Von Barbara Sorge

  • Von der Kunst, einen Drachen zu bauen, der auch fliegt
  • Je nach Windverhältnissen und eigenem Charakter sind andere Drachen besser.

Ein Kastendrachen ist etwas für Fortgeschrittene, so ein Flug-Gerät braucht besonderen Wind. - © apa

Ein Kastendrachen ist etwas für Fortgeschrittene, so ein Flug-Gerät braucht besonderen Wind. © apa

Wien. "Das Wichtigste beim Drachenbauen ist eine gescheite Anleitung", sagt Jan Houtermans, 55. Von den Drachen-Bauanleitungen einer bekannten Bücherreihe hält der Drachenbauer nichts. In seiner Kindheit haben sein Vater und er sich nämlich genau an die Skizzen gehalten, geflogen sind die Drachen aber nie. Erst ein versierter Bekannter erklärte dem Jungen damals, wie er einen Sechseckdrachen bauen sollte, der auch flog.

Information

Ein Drachenbau-Workshop des Ersten Wiener Drachenflugvereins findet am kommenden Wochenende beim Kürbisfest Am Himmel (Freitag bis Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr) statt.

Bauanleitungen finden sich im Internet unter
www.raffler.at
www.fly-high.com

Inzwischen blickt Houtermans selbst auf 25 Jahre als Drachenbauer zurück. Denn als Erwachsener und als Buchhändler tätig, hat er ein Drachenbau-Buch in die Hände bekommen mit der Anleitung für einen Kastendrachen - da hat er wieder Feuer gefangen. "Hunderte Drachen habe ich inzwischen gebaut", erzählt er. Sein "erfolgreichstes" Modell, das, das am meisten Aufmerksamkeit erregt hat, war der Drache mit dem klingenden Namen "Drahdiwaberl" - ein großer Kastendrachen mit eingebauten Windrädern.


Ästhetischer Anspruch
Am Anfang hat er sich genau an die - neuen - Bauanleitungen gehalten. Inzwischen weiß er schon aus der Praxis und aus eigenen Überlegungen, was zu erwarten ist, wie ein Drache, den er sich vorstellt, zum Fliegen zu bringen ist, oder warum er dann doch nicht aufsteigt. Bei einem Modell hat allerdings nichts genutzt: "Da habe ich so genau gearbeitet, aber geflogen ist er nie."

Dabei ist es nicht das einzige Kriterium, dass ein Drache fliegt. "Es ist schon gut, wenn er toll fliegt", erzählt Houtermans, "wenn er ausgesprochen schön ist, dann darf er aber auch heikler sein." Denn manche Modelle fliegen nur bei Windgeschwindigkeiten von zehn bis 20 Kilometer in der Stunde, bei gleichmäßigem Wind. "Da wird er zwar nicht oft fliegen", ergänzt der Drachenbauer, "aber dann schaut er gut aus." Weil es aber so schwer ist zu bestimmen, was ein schöner oder ein guter Drache sei, gebe es auch kaum Wettbewerbe: "Außer in China, aber da gibt es dann so viele Kategorien, dass eigentlich jeder einen Preis gewinnt."

Jedem Drachen seinen Wind
Seine Erfahrungen gibt Houtermans als Verkäufer im "Fly High" gerne weiter, wenn er die Kunden berät und sie genau befragt, wie denn der Drache beschaffen sein soll. Wollen die Kinder damit laufen, oder eher stehen und schauen, wie schön er in der Luft steht? Soll er viel Wind aushalten, wenn er zum Beispiel im Urlaub am Strand eingesetzt wird? Oder darf es ein bisschen mehr sein, wenn man damit Flugfiguren machen will? Dann kann nämlich auch das Drachensteigen lassen eine sportliche Angelegenheit werden, wenn man mit Zugkräften zu kämpfen hat, damit einem der Drache nicht wegfliegt.

Drachenbauer Jan Houtermans mit einem klassischen Sechseck-Drachen.

Drachenbauer Jan Houtermans mit einem klassischen Sechseck-Drachen.© Privat Drachenbauer Jan Houtermans mit einem klassischen Sechseck-Drachen.© Privat

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Dokument erstellt am 2012-10-23 17:50:08
Letzte Änderung am 2012-10-24 12:13:04




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