• vom 03.01.2013, 06:00 Uhr

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Von Barbara Sorge

  • In der Neuen Tribüne geht es Monat für Monat um einen anderen Bezirk
  • Gerhard Tötschinger über Wien in Geschichten und G’schichtln.
  • Bis März 2015.

Wenn er über Wien spricht, ist Gerhard Tötschinger ganz in seinem Element.

Wenn er über Wien spricht, ist Gerhard Tötschinger ganz in seinem Element.© Stanislav Jenis Wenn er über Wien spricht, ist Gerhard Tötschinger ganz in seinem Element.© Stanislav Jenis

Wien. Wenn Gerhard Tötschinger erzählt, eröffnet sich eine neue Welt. Oder ein anderes Zeitalter. Oder beides. Das kann passieren, wenn er in einer Vortragsreihe über die Wiener Bezirke erzählt. Und er weiß, wovon er spricht: "Ich lebe seit dem 26. Jänner 1946 in Wien, und ich weiß halt ein bisschen was darüber. Natürlich mache ich mir einige Gedanken, bevor ich zu reden beginne. Das dient in erster Linie der Beschränkung. Von Wien kann man unendlich erzählen. Wien ist ungeheuer reich an Geschichten, an Anekdoten, an Persönlichkeiten, an Details. Ich kann köstliche Dinge erzählen, Skurriles, Spannendes, Aufregendes, Unerwartetes."

Auch viel Persönliches steckt in seinen Ausführungen. Sein Lieblingsbezirk sei eigentlich ganz Wien, weil er zu vielen Bezirken eine Beziehung habe. "Im 5. Bezirk bin ich geboren, in der Ramperstorffergasse. Wenn es um Margareten geht, gedenke ich daher zu erzählen, wer denn der Herr Ramperstorffer war, nach dem die Gasse benannt ist." Und er verrät auch gleich, dass es sich dabei um den Wiener Gemeinderat Konrad Ramperstorffer handelt, der gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Konrad Vorlauf im Jahr 1408 einen Aufstand gegen den Herzog mitgetragen hat und dafür hingerichtet wurde.


Tötschinger liegt als gelernter Schauspieler natürlich das Vortragen, er spricht wie gedruckt, als würde er aus seinem Gedächtnis zitieren wie aus einem Buch. Seine Blicke, seine Mimik, seine Gestik - sie dienen dazu, das Gesagte zu unterstreichen, dem Inhalt Dramatik zu verleihen. Wenn dadurch die eine oder andere geschichtliche Tatsache leichter im Gedächtnis des Zuhörers hängen bleibt, ist das durchaus in seinem Sinne.

Dann kristallisiert sich doch so etwas wie ein Lieblingsbezirk heraus. Es ist der 1. Bezirk, die Innere Stadt. Dort ging Tötschinger zur Schule, dort wohnte er lange und heute wieder. "Es ist der eindeutig dichteste Bezirk, denn die Wiener Geschichte ist zu einem Großteil die Geschichte des 1. Bezirks." Bis 1920 war Wien mit Niederösterreich zusammen ein Bundesland, führt er dann aus, bis um 1850 war Wien der 1. Bezirk, dann kam erst die Ringstraße, wurden die Vorstädte zusammengeschlossen und zu Bezirken eingeteilt.

Doch festnageln lassen will Tötschinger sich nicht auf die Innere Stadt als seinen Lieblingsbezirk. Dazu habe er zu viele Verbindungen zu anderen Bezirken. Einer seiner vielen Lieblingsplätze ist zum Beispiel der St. Ulrichsplatz im 7. Bezirk: "Dieser Platz aus dem 17. Jahrhundert ist unglaublich schön. Kara Mustafa hat im Sommer 1683 sein Zelt dort aufgeschlagen." Im 7. und im 8., dort genau in der Piaristengasse, hat er einmal gewohnt. Seine Sympathien gelten auch der "Mazzesinsel" in der Leopoldstadt und der Brigittenau.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-01-02 15:59:03
Letzte Änderung am 2013-01-02 16:43:58



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