• vom 17.01.2013, 06:00 Uhr

Service


Open Data Wien

Daten sind Wiens Bodenschätze




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Ina Weber

  • Die Stadt macht ihre Daten sukzessiv öffentlich und will dabei eine Vorreiterrolle einnehmen
  • "Open Data"-Strategie: 150 Datensätze wurden bereits zur Verfügung gestellt.

Die Aufzug-App soll demnächst erscheinen.

Die Aufzug-App soll demnächst erscheinen.© open3.at Die Aufzug-App soll demnächst erscheinen.© open3.at

Wien. Von der 48er-App, über die Standorte und Termine zur Müllentsorgung angezeigt werden, über Gackerl-Sackerl zu Parken Wien und Toilet-Map-Vienna - die Stadt hat bereits gemeinsam mit einer Gruppe von Software-Entwicklern einiges kreiert. Konkret wurden seit 2011 auf Grundlage der von der Stadt Wien zur Verfügung gestellten Daten 64 Anwendungen aus über 150 Datensätze entwickelt, aus den verschiedensten Fachbereichen.


Johann Mittheisz ist der Chef der Gruppe Informations- und Kommunikationstechnologie der Magistratsdirektion der Stadt. Für ihn ist Transparenz und Offenlegung eine Notwendigkeit, nicht zuletzt, um den Standort Wien attraktiv zu machen. "Die Informations- und Kommunikationstechnologien bringen mehr als der Tourismus", sagt er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Mit weniger Köpfen werde mehr geschaffen; "ein Mehrwert für den Wiener Wirtschaftsstandort".

Insgesamt sind für dieses Jahr vier weitere Freischaltungen geplant. Darunter fallen etwa die Verkehrsdaten der Wiener Linien, die ihre Daten für Apps zur Verfügung stellen werden, als auch Daten aus dem Bereich Wohnen. Demnächst soll eine Anwendung erscheinen, die es bei einer Wohnungssuche möglich macht, die Umgebung zu analysieren - etwa welche Kindergärten, Schulen, Nahversorgung sich an dem angebotenen Wohnort befinden.

Die Ideen der jungen Menschen sind laut Mittheisz "unglaublich". Er arbeitet mit rund 200 Entwicklern aus der Community zusammen. Vier Fünftel davon sind Männer, sagt er. "Derzeit überlegen wir, wie wir mehr Frauen dazubekommen können." Kreative Köpfe gebe es auf alle Fälle. Mit der Open-Data-Strategie könne man sie auch in Wien halten und fördern.

Die Wiener Stadtregierung hat sich im Jahr 2010 zur Open-Government-Data- und Open-Data-Strategie bekannt. Ziel ist es, öffentliche Daten der Bevölkerung und der Wirtschaft frei verfügbar zu machen. Im Jahr 2010 kam es mit der "Toilet Map" von Robert Harm (siehe Interview unten) zu ersten konkreten Schritten mit der Community. "Einfache Anwendungen, das, was der Bürger gerne hätte", sagt Mittheisz.

Das digitale Universum
Auftrieb erhält die Devise der Stadt von der "IDC Digital Universe Studie", die im Rahmen eines Round-Tables mit Mittheisz als Gast am Mittwoch von EMC Computer Systems präsentiert wurde. Laut Studie wird das digitale Universum bis 2020 auf 40 Zettabyte (ZB) anwachsen. "Wir befinden uns derzeit bei 2,8 ZB", sagt Martin Hammerschmid, Country Manager EMC Österreich. "Das sind bereits mehr Daten, als in der gesamten Menschheitsgeschichte in Büchern geschrieben wurde." Von dieser Datenmenge seien aber lediglich 23 Prozent nützlich. Die Daten sind laut Mittheisz und Hammerschmid das Öl der Wissensgesellschaft. "Wir haben keine Bodenschätze, wir haben Daten. Hier müssen wir weitermachen, sonst bleiben wir zurück", so Hammerschmid.

Fahrplan fixiert
Der Fahrplan für die nächsten Anwendungen wurde bereits fixiert. Noch im Jänner wird die Stadt gemeinsam mit der Open-Data-Community eine Feedback-Runde machen. Im März folgt dann die nächste Plattform, Daten-Freischaltung und Publikation. Auch im Bereich "Parken in Wien" rund um die Pendler-Problematik soll es eine weitere Anwendung geben.

Die Offenlegung von Daten ist aber auch in Wien nicht unumstritten. Es handle sich um nicht personenbezogene Datenmengen, bestätigt Mittheisz. Auch die geplante Gesundheitsakte Elga werde kommen. Ob Park-App, interaktive Budgetvisualisierung, Wiener Charta, Neugestaltung Schwedenplatz oder "Mach mit!"-App - die Stadt setzt offensichtlich auf Bürgerbeteiligung. Doch so sehr die Offenlegung von Daten auch propagiert wird, so verwunderlich ist es, wenn Firmengeflechte oder Finanzkonstrukte so gar nicht durchsichtig erscheinen.

data.wien.gv.at




Schlagwörter

Open Data Wien

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2013-01-16 17:47:04




Veranstaltungstipp

Wiener Kinosommer mit klassischen Locations und einem Comeback

Wiener Kinosommer mit klassischen Locations und einem Comeback Wien. Die Wiener Kinosommersaison beginnt: Auch heuer kann wieder an zahlreichen Orten der Stadt dem cineastischen Vergnügen - und oft auch einem...

Festival

Elfenbeinflucht in Ottakring

Elfenbeinflucht in Ottakring Wien. (apa) Raus aus dem Elfenbeinturm, hinein unter die Menschen, deren friedliches Zusammenleben unter immer größeren politischen und...



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Am Rande der Stadt
  2. Sag mir, wo die Volksschullehrer sind
  3. Café Griensteidl wird zur Billa-Filiale
  4. Ehemaliges Cafe Griensteidl wird zur Billa-Filiale
  5. Brauner verlässt Parteivorstand
Meistkommentiert
  1. Kein verpflichtender Abbiegeassistent
  2. Am Rande der Stadt
  3. Brauner verlässt Parteivorstand
  4. Weniger Müll
  5. Neos fordern 13,8 Millionen Euro für sicherere Schulwege




Werbung