• vom 14.05.2013, 17:54 Uhr

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Langes Warten auf den "Mokka"




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Von Helmut Dité

  • Bei Opel in Wien-Aspern hellt sich der Himmel deutlich auf - Neue Modelle mit Lieferzeiten
  • Opel schafft Trendwende mit Hilfe neuer Modelle mit Wiener Motor.

Opel-Österreich-Chef Alexander Struckl kann wieder lachen, die dunklen Wolken über dem Wiener General-Motors-Standort in Aspern sind verflogen. - © apa

Opel-Österreich-Chef Alexander Struckl kann wieder lachen, die dunklen Wolken über dem Wiener General-Motors-Standort in Aspern sind verflogen. © apa

Wien. Opel-Austria-Chef Alexander Struckl hat ein "Luxusproblem". Die Autokäufer rennen seinen Händlern die Türen nach den neuen Modellen "Mokka" und "Adam" ein - für den kleinen SUV "Mokka" gibt es derzeit Lieferzeiten von sechs und mehr Monaten. Nach einem sehr schwachen Jahr 2012 - die Verkäufe von Opel in Österreich gingen um 25 Prozent zurück - und zwei schwachen ersten Monaten 2013 hellt sich der Himmel über der Opel-Zentrale in Wien-Aspern jetzt im Frühjahr zunehmend auf.

Mit einem Marktanteil von 6,9 Prozent konnte sich Opel im März den beachtlichen zweiten Platz bei den monatlichen Pkw-Neuzulassungen zurückerobern, rechnet Struckl vor. Im April gab es zwar wieder ein kleines Minus bei den Neuzulassungen gegenüber dem Vergleichsmonat 2012 - Opel musste aber weniger Federn lassen als der Gesamtmarkt - und konnte vor allem, wie gesagt, gar nicht so viele "Mokka" servieren, wie bestellt wurden. Aus Deutschland wurde im April sogar ein Opel-Verkaufsplus von 7 Prozent gemeldet.


Fürs Gesamtjahr ist Struckl optimistisch: Neben dem "Mokka" - er wird in Österreich übrigens zu 80 Prozent mit Allrad-Antrieb bestellt - ist auch der neue City-Flitzer "Adam" sehr gefragt. "Wir freuen uns über diese Trendwende mit Hilfe der neuen Modelle", sagt Struckl. Und die Modelloffensive geht weiter: Derzeit kommt gerade das Cabriolet "Cascada" zu den Händlern - laut Struckl schlicht "das schönste je von Opel gebaute" - im Herbst folgt dann noch der neue "Insignia".

"Wir setzen auf Wachstum und unsere Produktoffensive", betont Struckl. Nach dem jüngsten klaren Bekenntnis der General-Motors-Führung zu Opel - samt vier Milliarden Euro Investitionsspritze - kommen bis 2016 mehr als zwanzig neue Modelle und 13 neue Motoren auf den Markt.

Werk Aspern gut ausgelastet
An der Rabattschlacht - in Österreich vor allem via Tageszulassungen der Händler ausgetragen - hat Opel sich "eher wenig" beteiligt. Mit dem Versprechen "Glück oder zurück" fährt man allerdings eine "Eroberungsstrategie": Die Kunden haben die Möglichkeit, Neufahrzeuge bis zu 30 Tage und maximal 3000 Kilometern nach Kundenzulassung zurückzugeben. Der Käufer übernimmt im Rückgabefall lediglich eine Nutzungspauschale von 1 Prozent des Bruttolistenpreises je angefangener 1000 Kilometer Laufleistung. "Wer einmal unsere Autos fährt, wird schnell von der Qualität überzeugt sein", so Struckl selbstbewusst. Die Opel-Stammkunden schätzten ohnedies die Tatsache besonders, dass im Asperner GM-Werk 2000 Mitarbeiter für Motoren und Getriebe "Made in Austria" sorgen. Gut 60 Prozent aller Opel-Autos haben entweder einen Motor oder ein Getriebe aus Wien, beim City-Flitzer Adam kommt der gesamte "Powertrain" ausschließlich aus Aspern. Das im Vorjahr wieder direkt von General Motors übernommene Werk ist überhaupt fast unbeeinträchtigt durch die große Krise gekommen und nähert sich heuer - in seinem 31. Jahr - wieder den Rekord-Produktions-Stückzahlen der Jahre 2007 und 2008.

Dass man in Wien auch in den schweren Jahren ohne Kurzarbeit und Kündigungen durchkam, ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass die Motoren und modernen Getriebe nicht nur an GM-Werke in Europa geliefert werden, sondern in den letzten Jahren praktisch in die ganze Welt - auch einige Modelle des bei GM in Korea gebauten "Mokka" und seines Chevrolet-Schwestermodells "Trax" sind mit Aggregaten aus Aspern ausgestattet.

Struckl zitiert schließlich ein aktuelles Interview des deutschen Opel-Gesamtbetriebsratschefs Wolfgang Schäfer-Klug: "Gegenüber einem Jahr zuvor hat sich die Situation dramatisch verbessert, das sieht man an den gestiegenen Verkaufszahlen und den geringeren Verlusten im ersten Quartal." Und: Innerhalb von zehn Jahren solle Opel zurückgeführt werden zu alter Stärke, mit Marktanteilen von acht bis zehn Prozent in Europa. Struckl ist sicher: "Wir schaffen das".




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Dokument erstellt am 2013-05-14 17:59:08



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