• vom 18.07.2013, 17:10 Uhr

Service

Update: 19.07.2013, 17:12 Uhr

Bürgerbeteiligung

Stadt, gestalte dich




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Barbara Sorge

  • Wienweiter Wettbewerb für Bürgerbeteiligungs-Projekte
  • Lokale Agenda 21 will Bürgern und Politikern Scheu voreinander nehmen.

Straßen zu okkupieren - wie hier mitten im 8. Bezirk - ist eine Möglichkeit, wie Bürger ihr Umfeld gemeinsam mit Politikern und Verwaltung aktiv gestalten können. - © LA 21 Wien

Straßen zu okkupieren - wie hier mitten im 8. Bezirk - ist eine Möglichkeit, wie Bürger ihr Umfeld gemeinsam mit Politikern und Verwaltung aktiv gestalten können. © LA 21 Wien

Wien. Bürger können sich ja schon auf vielfältige Art und Weise einbringen. Es gibt Umfragen, bei denen die Fragebogen ungefragt ins Haus flattern, man kann Petitionen unterzeichnen, auf die Straße gehen, bei Wahlen seine Stimme abgeben oder die Stimmabgabe verweigern. Manche Bürger wollen selbst aktiv werden, haben auch eine Idee - aber keine Ahnung, wie diese umgesetzt werden kann. Diese Menschen sollen nun mit dem Wettbewerb "Ella" der Lokalen Agenda 21 (LA 21) Unterstützung bekommen.

Information

Das "EL" in ELLA steht für "Einreichen leicht gemacht", "LA" bezeichnet die Lokale Agenda 21, die den Wettbewerb durchführt.

Weitere Informationen unter
www.ellawien.at oder telefonisch unter 0650/ 506 87 06

Verein Lokale Agenda 21 Wien
5., Grüngasse 9/5


Straßenfest, Platzumbau
Bürger, die aktiv etwas verändern wollen, stehen vor der Herausforderung, dass es Regeln zu beachten gibt. Diese bekannt zu machen, Kontakte mit den richtigen Abteilungen herzustellen, Inputs zu geben, falls der Projektprozess einmal stockt, dafür gibt es in einigen Bezirken die LA 21. Mit dem Wettbewerb wird diese nun erstmals wienweit tätig sein. So bekommen auch Menschen die Möglichkeit, Projekte einzureichen, die nicht in einem der sechs (ab Herbst sieben) durch die LA 21 betreuten Bezirken wohnen. Allerdings, ergänzt Ulrike Böhm, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins Lokale Agenda 21 Wien, könnten auch Politiker auf diese Weise herausfinden, "was für ein Engagement eigentlich in ihren Bezirken schlummert und dass sie das eigentlich gut nützen könnten".

Seit Beginn des Wettbewerbs im Mai sind bereits einige Ideen eingeschickt worden, die Einreichungen seien auch schon im zweistelligen Bereich, mehr will Böhm nicht verraten. Nur, dass es sehr verschiedene und sehr unterschiedlich ausgereifte Ideen sind. Alle haben die gleiche Chance, betont sie. Wichtig ist, dass man neben der Idee auch den mitunter langen Atem für die Umsetzung mitbringt. Das ist der Grund, warum Böhm nicht mit hunderten Einreichungen rechnet: "Der Schritt hin dazu, eine Idee wirklich umzusetzen, ist ein großer." Die fünf Projekte, die von einer Jury als Sieger ausgewählt werden, sollen ab Jänner 2014, also gleich nach der Preisverleihung, mit der Umsetzung starten. Dabei wird man von der LA 21 bis zu drei Jahre unterstützt - zu gewinnen gibt es also Know-how und Personalressourcen.

Die eingereichten Projektideen sollten sich damit auseinandersetzen, wie Menschen in ihrem Alltag nachhaltiger leben und Wien gemeinsam gestalten können. Das kann ein Nachbarschaftsfest oder ein Gemeinschaftsgarten sein, die Idee für den Umbau einer Stiege oder die Neugestaltung eines Platzes. Durch die wienweite Ausschreibung sind die Projekte auch nicht auf einen Bezirk beschränkt. So könnte zum Beispiel ein Projekt die Ottakringer Straße behandeln, die sowohl im 16. als auch im 17. Bezirk verläuft.

Beteiligung lernen
Mit dem Wettbewerb soll auch das Ziel der Lokalen Agenda 21, Strukturen auf lokaler Ebene zu verändern, in anderen Bezirken bekannt gemacht werden. Dort, wo die LA 21 bereits in den Bezirken verankert ist (3., 4., 8., 9., 22., 23., ab Herbst folgt der 10.), "lernen Bürger, wie politische Prozesse funktionieren, dass nicht alles, geht, was man sich vorstellt, sondern, dass man verschiedene Interessen berücksichtigen muss. Und die Politiker lernen, dass die Bürgerinnen nicht so eingefahren sind auf das, was sie wollen, sondern durchaus offen und konstruktiv mitarbeiten und auch verstehen, wenn etwas nicht geht", erzählt Böhm. Die Idee sei, dass Bürger als Experten für ihren Lebensraum angesehen werden. In einem Agenda-Bezirk gibt es für die Einreichung von Bürgerprojekten eine geregelte Struktur: Die Projektgruppe muss sich der Steuerungsgruppe - bestehend aus Bezirkspolitikern und anderen Projektgruppen-Sprechern - im Bezirk vorstellen, bestimmte Kriterien erfüllen und dort anerkannt werden.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-07-18 17:14:04
Letzte Änderung am 2013-07-19 17:12:27



Lange Nacht der Museen

100 Jahre Republik und weitere Jubiläen

Wien. (am) Einige der Wiener Museen geben im Zuge der Langen Nacht des Jubiläumsjahres 2018 auch Einblicke in die 100-jährige Geschichte der Republik, bzw. das Leben zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Insbesondere das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands im alten Rathaus in der...

Veranstaltungstipp

Wiener Kinosommer mit klassischen Locations und einem Comeback

Wiener Kinosommer mit klassischen Locations und einem Comeback Wien. Die Wiener Kinosommersaison beginnt: Auch heuer kann wieder an zahlreichen Orten der Stadt dem cineastischen Vergnügen - und oft auch einem...

Festival

Elfenbeinflucht in Ottakring

Elfenbeinflucht in Ottakring Wien. (apa) Raus aus dem Elfenbeinturm, hinein unter die Menschen, deren friedliches Zusammenleben unter immer größeren politischen und...



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Aus für WUK?
  2. Ausgeleuchtet
  3. Wo sich der Fuchs zuhause fühlt
  4. Ehrung für kugelsichere Heiler
  5. Wiener Handel klagt über Demos am Ring
Meistkommentiert
  1. Initiative will Weinsorte Zweigelt umbennen
  2. "Die FPÖ ist eine rassistische Partei"
  3. Debatte um Zukunft der Zweierlinie
  4. 50 Euro für Schlafsack und eine warme Mahlzeit
  5. Soros’ Zentraleuropa-Uni kommt nach Wien




Werbung