• vom 19.12.2013, 16:50 Uhr

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Update: 19.12.2013, 17:14 Uhr

Last Minute-Geschenke

Spät, aber mit gutem Gewissen




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Von Sabine Karrer

  • Wer beim Schenken seine eigenen Wertvorstellungen ausdrückt, ist glücklicher
  • Jeder dritte Wiener besorgt Geschenke erst auf den letzten Drücker.

"Nerven behalten" , lautet das Motto beim Last-Minute-Shopping.

"Nerven behalten" , lautet das Motto beim Last-Minute-Shopping.© apa/Hochmuth "Nerven behalten" , lautet das Motto beim Last-Minute-Shopping.© apa/Hochmuth

Wien. Enge Geschäfte, überfüllte Einkaufsstraßen und -zentren - wer sich mit der Jagd auf die besten Geschenke bis jetzt Zeit gelassen hat, weiß aller Voraussicht nach, was noch auf ihn zukommen wird. Etwa jeder dritte Wiener verlegt zumindest einen Teil seiner Weihnachtseinkäufen in die zweite Dezemberhälfte, weiß man in der Wirtschaftskammer Wien. Tendenziell nimmt der Anteil dieser "Late-Shopper" zu.

Während viele zu diesem Zeitpunkt aber immerhin schon ein paar Punkte auf ihrer Wunschliste abhaken konnten, sich vielleicht zuvor die eine oder andere Idee geholt und den Kauf auf später verschoben haben, haben sich ganze 15 Prozent tatsächlich erst ab Mitte Dezember dem weihnachtlichen Geldausgeben verschrieben.


Sinnvolles Schenken macht glücklich
Auch wenn das vermeintlich den Stressfaktor erhöht, muss das gar nicht so schlecht sein, sagt Arnd Florack, Professor für Angewandte Sozialpsychologie und Konsumentenverhaltensforschung an der Universität Wien: "Weil man in der Wahrnehmung auf das Wesentliche fokussiert und dadurch letztlich schneller und oft auch klüger auswählen kann." Wem im wahrsten Sinne die Zeit davon läuft, der macht man sich nämlich weniger Gedanken und verlässt sich stattdessen mehr auf sein Gefühl, so der Experte. Und durch so einen "Perspektivenwechsel" könne man unter Umständen durchaus gute Entscheidungen treffen.

Wer förmlich in letzter Minute nicht nur gute Entscheidungen treffen, sondern obendrein mit gutem Gewissen schenken möchte, dem helfen etwa Pakete, wie sie die Caritas und andere Hilfsorganisationen geschnürt haben. Wie viele Wiener können sonst von sich behaupten, jemandem eine Ziege, einen Esel oder eine Schar Hühner unter den Weihnachtsbaum gelegt zu haben? Auch wenn diese nicht tatsächlich, sondern "nur" symbolisch überreicht werden können - in Wahrheit ergeht die Spende an Menschen in ärmeren Gebiete, wo diese Tiere oder andere Hilfsgüter angeschafft werden: Die Überweisung erfolgt ganz schnell, danach kann die passende Grußkarte selbst ausgedruckt werden - theoretisch sogar noch, während sich die Familie bereits zum "Stille Nacht"-Singen um den Tannenbaum versammelt hat.

Auch das Gruft Winterpaket der Wiener Caritas ist etwas, das mit gutem Gewissen verschenkt werden kann. Zwar ohne Billet, aber das kann man notfalls auch selbst basteln oder - allerdings weniger charmant - eine Schleife um die Zahlungsbestätigung binden. Wer etwas "Handfesteres" überreichen und trotzdem Gutes tun will, wird vielleicht in Geschäften wie dem der Schmuckmanufaktur des Vereins Reintegra fündig. Für den Shop in der Neustiftgasse 131 fertigen psychisch Erkrankte im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms Designer-Stücke an. Auch ein Blick in den Shop von Garbarage Upcycling Design in der Schleifmühlgasse 6 könnte sich noch lohnen. Das Projekt schafft nicht nur Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen, sondern sorgt auch dafür, dass vermeintlichem Abfall neues Leben in Form von Einzelstücken wie Taschen, Vasen und vielem mehr eingehaucht wird.

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Dokument erstellt am 2013-12-19 16:53:04
Letzte nderung am 2013-12-19 17:14:08




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